„Der Betreuungslehrer unterstützt Veränderungen.“ – Dieser kurze Satz, den Wolfgang Kitzmantel, Koordinator der 64 Betreuungslehrerinnen und Betreuungslehrer in unserem Bundesland, an den Beginn seines Informationsblattes stellt, nennt zwei der wichtigsten schulischen Qualitäten: Veränderung und Unterstützung. Veränderungen wünschen sich viele Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern, wenn Schule und Unterricht unter erschwerten Bedingungen stattfinden. Ohne Unterstützung können diese Veränderungen oft nicht erzielt werden. Die Betreuungslehrer sind zuständig für jene, die Probleme haben oder anderen Probleme machen. Konflikte und Aggressionen, die das durchschnittliche Maß übersteigen, sind „KlassenFeinde“, die Hilfe brauchen.
Schüler, im Clinchmit den Eltern
Kinder wenden sich an Wolfgang Kitzmantel, der für fünf Schulen in Linz zuständig ist, weil sie z. B. im Clinch mit den Eltern liegen und sich nicht heimgehen trauen. Auch kommen Schüler/innen, die Gewalt in der Familie erleiden. Ganz wichtig sei die Rolle der Väter, denn „Gewalt ist männlich“ – diesem Satz kann Wolfgang Kitzmantel zu einem guten Teil zustimmen. „Wenn es gelingt, dass die Eltern kooperieren, um für das Kind das Beste zu erreichen, kann etwas dabei herauskommen“, sagt Kitzmantel. Die Betreuungslehrer/innen weisen auch anderen Einrichtungen zu, z. B. dem Schulpsychologischen Dienst.
Buben stören eher,Mädchen werden eher still
Verhaltensauffällige Kinder senden Signale aus, sie machen auf Probleme aufmerksam, mit denen sie nicht fertig werden, auf ihre innere Not. Sanktionsfolgen werden in Kauf genommen. Denn „negative Zuwendung ist immer noch besser als keine“. Dabei sind Buben und Mädchen unterschiedlich typisch verhaltensauffällig: Buben neigen dazu, den Unterricht zu stören, Mädchen werden eher leise.
Kontakt
Wer die Hilfe eines/einer Betreuungslehrers/lehrerin in Anspruch nehmen wil, wendet sich an die Direktion der Schule, die das Kind besucht.Oder an die Sonderpädagogischen Zentren in den Bezirken.
Zitiert
„Betreuungslehrer/innen für verhaltensauffällige Schüler/innen sind speziell ausgebildete und erfahrene Lehrer, die in ganz Oberösterreich mobil tätig sind“, steht im Verordnungsblatt des Landesschulrates für Oberösterreich 1998/2.
„Die Kinder und Jugendlichen wachsen im Vergleich zu früher in einer schnelllebigeren, unsicheren Zeit auf, die rasche Veränderungen und Anpassung verlangt. Häufiger sind in der Schule Schüler/innen anzutreffen, die psychische und soziale Sorgen haben. Die Klagen der Lehrer/innen und Eltern über erschwerte Erziehungssituationen sind ernst zu nehmen.“ (Dr. Johannes Riedl, Amtsführender Präsident des Landesschulrates für Oberösterreich)
„Problematisches Verhalten tritt heute früher auf. Etwa Kinder, die ganz schwer Teil einer Gemeinschaft sein können oder Schüler mit Alkoholproblemen“ (Wolfgang Kitzmantel, Koordinator der oö Betreungslehrer/innen)