Die Gesellschaft gewöhnt sich an einen bestimmten Prozentsatz an Arbeitslosen. Bischof Aichern warnt vor solchen Entwicklungen.
Gewerkschaft und Kirche hätten zwei große Gemeinsamkeiten: „Sie bauen auf einer Gesinnung auf, die sich selbst und den Mitmenschen in gleicher Weise ernst nimmt“. Dies betonte Diözesanbischof Maximilian Aichern bei einem Empfang anlässlich des 14. ÖGB-Bundeskongresses am Montag, 11. Oktober in Wien. Dabei wäre es gleichgültig, ob man nun von Solidarität oder von Nächstenliebe spreche. Wie die Gewerkschaft schwimme auch die Kirche heute „gegen den Strom der Zeit“, beide hätten gegen oft übermächtige Trends anzukämpfen. Vor dem Empfang im Erzbischöflichen Palais hatte Sozialbischof Aichern mit Gewerkschaftern im Stephansdom Gottesdienst gefeiert. „Wir brauchen den Mut, wieder von Solidarität zu reden“, betonte Aichern in der Predigt. Auch in der Vergangenheit sei die soziale Frage oft fast aussichtslos gewesen, als übermächtige Tendenzen für eine fast schrankenlose Freiheit des Kapitals eingetreten wären. Es gelte, über Landesgrenzen hinaus neue Allianzen zu bilden.