Untrennbar ist die Nächstenliebe mit der Gottesliebe verbunden. Welche Bedeutung sollte die Gottesliebe haben, wenn ich gleichzeitig Menschen unterdrücke oder ausbeute oder – wie raffiniert auch immer – auf Kosten der Schwächeren in der Gesellschaft lebe? Die Sache der Menschen ist auch die Sache Gottes. Gott sagt: Ich höre das Schreien der Menschen, denn ich habe Mitleid.
Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid in Ägypten Fremde gewesen. Ihr sollt keine Witwe oder Waise ausnützen. Wenn du sie ausnützt und sie zu mir schreit, werde ich auf ihren Klageschrei hören. Mein Zorn wird entbrennen, und ich werde euch mit dem Schwert umbringen, daß eure Frauen zu Witwen und eure Kinder zu Waisen werden. Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Wucherer benehmen. Ihr sollt von ihm keinen Wucherzins fordern. Nimmst du von einem Mitbürger den Mantel zum Pfand, dann sollst du ihn bis zum Sonnenuntergang zurückgeben; denn es ist seine einzige Decke, der Mantel, mit dem er seinen bloßen Leib bedeckt. Worin soll er sonst schlafen? Wenn er zu mir schreit, höre ich es, denn ich habe Mitleid.