Bei der Bischofssynode in Rom, zu der auch Vertreter/innen der christlichen Schwesterkirchen eingeladen sind, kam es zu unterschiedlichen Wortmeldungen aus dem orthodoxen Raum. In einer Grußbotschaft des russischen Patriarchen Aleksij wurden die ökumenischen Fortschritte gewürdigt. Gleichzeitig wurde betont, dass für die „volle Gleichberechtigung und den gegenseitigen Respekt“ noch viel zu tun sei. Die orthodoxe Publizistin Irina Alberti aus Frankreich verwies auf die Gefahr einer nationalistisch-ideologischen Vereinnahmung der russisch-orthodoxen Kirche. Die politische Instrumentalisierung der Kirche führe zu einer Isolierung von der westlichen Christenheit. Zumindest ein Teil der Kirchenführung stehe dem Westen feindlich gegenüber und suche dafür Gründe. Einer der Vorwürfe sei der des Proselytismus (Abwerbung von Gläubigen), den es in Wirklichkeit nicht gebe. Auf die täglich gelebte Ökumene zwischen orthodoxer und katholischer Kirche verwies der orthodoxe finnische Priester Veikko Purmonen. Viele kleine katholische Gemeinden feiern ihre Gottesdienste in orthodoxen Kirchen. Der rumänisch-orthodoxe Erzbischof Iosif forderte gegenseitiges Verzeihen auf dem Weg der Einheit. Er bat um Verzeihung für das Unrecht, dass seine Kirche den mit Rom unierten Christen zugefügt habe.