Mit einer improvisierten Holzhütte, wie sie bei Landbesetzungen in Lateinamerika über Nacht auf den beanspruchten Grundstücken errichtet werden, haben am 12. Oktober Aktivisten von FIAN Österreich (Food First Informations- und Aktions-netzwerk) und der Österrei-chischen Bergbauernvereinigung das Terrain vor der Hofburg besetzt. „Brot, Land und Freiheit“ heißt das Motto der weltweiten Kampagne für Agrarreform, die mit diesem symbolischen Akt in Österreich eröffnet wurde. Zeitgleich wurde in Berlin das Gelände vor dem Reichstag besetzt und von Brasilien über Kolumbien und Mexiko bis Indien und den Philippinen marschierten Bauernorganisationen für Landreform und das Recht auf Ernährung. Denn Millionen Menschen, die aus der Wirtschaft ausgegrenzt werden, können nur durch den Zugang zu Land ihre eigene Existenz sicherstellen. Und Kleinbauern, die der Konkurrenz der Großproduzenten nicht gewachsen sind, verlieren zunehmend ihre Lebensgrundlage. Ein Vertreter des Außenministeriums nahm eine Petition entgegen, in der die verstärkte Förderung von Agrarreformen durch die österreichische Entwicklungszusammenarbeit gefordert wird.