Theaterleute aus Lateinamerika sind zur Zeit in Österreich auf Tournee
Ausgabe: 1999/43, Teatro Vivo
27.10.1999
- Elisabeth Leitner
Teatro Vivo aus Guatemala und Teatro Trono aus Bolivien erzählen auf je eigene Art von einem Leben jenseits des goldenen Westens ... , ohne dabei auf die Tränendrüse zu drücken.
„Ay ay ay Café“, so oder ähnlich könnten die Arbeitskollegen die nahende Kaffeepause ankündigen. „Ay ... Café“ ist auch der Titel des Theaterstücks, mit dem Teatro Vivo auf Tournee ist. Eine Kaffeebohne, die auf Reisen geht, weiß viel zu berichten: von ihren afrikanischen und arabischen Wurzeln und dem Eroberungszug auf den Plantagen Südamerikas. Das Leben auf einer Plantage und Kaffeehaus-Träumereien sind Themen, die von Teatro Vivo durch ausdrucksstarke Mimik und Gestik dargestellt werden. Trommeln und Gitarren begleiten die Kaffeebohne auf ihrem langen Weg nach Europa. Teatro Vivo wurde 1977 in Guatemala gegründet, 1980 musste die Gruppe aufgrund schwieriger politischer Verhältnisse das Land verlassen. Tourneen durch Nord- und Südamerika, Europa und Russland folgten. Im Braunauer Statdtheater ist die nächste Station (2. November, 20 Uhr) Das ungewöhnliche Theaterensemble „Teatro Trono“ kommt aus Bolivien, die Darsteller sind ehemalige Strassenkinder. Sie haben Mülltonnen durchwühlt, auf Parkbänken geschlafen und Handtaschen geklaut, schließlich landeten sie in der staatlichen Besserungsanstalt „El Trono“. 1991 wurde dort versucht, mit Jugendlichen Theater zu spielen, daraus entstand – die bis heute bestehende – Theatergruppe. Erfahungen von der Straße werden kreativ verarbeitet, Freundschaft, Gerechtigkeit, Menschen am Rande der Gesellschaft ... bilden den thematischen Schwerpunkt eines Theaterabends mit Teatro Trono, der nachdenklich macht, aber auch unterhaltsam ist.
Termine und Veranstaltungsorte für Teatro Trono können unter 0732/76 10-3271 erfragt werden.