In Braunau gibt es eine Selbsthilfegruppe für Schwerhörige
Ausgabe: 1999/43, Braunau, Schwerhörige
27.10.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die Gruppe „DazugeHÖREN“ möchte die Situation und die Probleme der hörbeeinträchtigten Menschen in den Mittelpunkt stellen.Braunau (jm). Wegen der Kommunikationsschwierigkeiten fürchten viele Schwerhörige, für Normalhörende eine Belästigung zu sein. Sie ziehen sich zurück und vereinsamen. „DazugeHÖREN“ lädt zu monatlichen Treffen zum gegenseitigen Austausch im geschützten Raum. Auch Angehörige und Freunde von Betroffenen werden beraten.Die Selbsthilfegruppe trifft sich jeden zweiten Montag im Monat (erstes Treffen ist am 8. November), um 20 Uhr in den Kellerräumen des Pfarrzentrums Braunau-Neustadt.
Leid nicht überspielen
Die Betroffenen bekommen Information über technische und soziale Hilfen, Weiterbildungsveranstaltungen, es werden bewusstseinsbildende Maßnahmen gesetzt, um auf die Probleme schwerhöriger Menschen aufmerksam zu machen. Auch Ärzte, Psychotherapeuten, Hörgeräte-Akkustiker und Schwerhörigenverbände und -Selbsthilfegruppen arbeiten mit „DazugeHÖREN“ zusammen.Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung ist schwerhörig, bei den Menschen über 65 Jahren ist es bereits jede oder jeder Dritte. Trotzdem wird über Schwerhörigkeit nicht gesprochen.Betroffene versuchen oft, ihr Leiden zu überspielen. Waltraud Krenn, Initiatorin der Selbsthilfegruppe, ruft deshalb Betroffene auf, sich öffentlich zu ihrer Beeinträchtigung zu bekennen. „Mit dieser Verschleierung tun wir uns selbst nichts Gutes“, so Krenn, „wenn der Normalhörende nicht weiß, dass er einen Schwerhörigen vor sich hat, kann er sich auch nicht darauf einstellen.“