69 Prozent der Frauen in Gabun sind Alleinerzieherinnen. Eine Gaflenzer Ordensschwester setzt sich ein, dass Kinder in diesem Land Zukunft haben.
Gaflenz. Sie war 15, als sie ein entscheidendes Erlebnis hatte. Christine hörte einem Menschen zu, wie dieser penibel vorrechnete, was er nicht alles für die Mission tut – Geld und Gebete und was sonst der Sache dient. Aber so wollte Christine es nicht verstanden wissen. Wenn schon, dann mit ganzem Herzen. „Du gehörst nach Afrika!“ So spürte sie es. Als Entwicklungshelferin vielleicht. Es sollte noch lange dauern. Christine Lengauer wurde Don-Bosco-Ordensschwester.Am 10. April 1991 hat sie nach 16 Jahren Ordensleben in der Heimat Österreich Richtung Gabun verlassen. Der Aufbau einer Schule ist ihre gegenwärtige Lebensaufgabe. Zum dritten Mal ist sie in diesen Jahren heimgekommen nach Österreich. Vater und Mutter galt es bei den ersten Heimatbesuchen zu begraben. Jetzt ist sie nach Österreich gekommen, um Hilfe beim Aufbau der Schule zu erhalten.Gabun, in der Mitte Afrikas gelegen, wäre im Prinzip ein reiches Land mit vielen Bodenschätzen. Aber: Der Reichtum kommt nur einer kleinen Schicht zugute. Skyline von Armensiedlungen liegen in der Hauptstadt Libreville dicht beisammen. Nur soviel wird erwirtschaftet, wie die Oberschicht braucht. Weil aber vieles da wäre, steht Gabun nicht auf der Liste der Entwicklungsländer. Nur, was hilft das den Armen! Und so müssen die Schwestern das Geld für ihr Zentrum mühsam im Ausland zusammenkratzen. Auch die Bildung der Kinder ist staatlich kein vorrangiges Ziel. 120 Kinder in einer Klasse, zu viert in einer Bank für zwei, unterrichtet von einem einzigen Lehrer, der oft unmotiviert ist, weil er schon lange kein Gehalt mehr gesehen hat. Das ist Schulstandard in Gabun – aber allein im Stadtteil des Don-Bosco-Zentrums in der Hauptstadt besuchen 7000 Kinder überhaupt keine Schule. 60 Prozent der Frauen in Gabun sind alleinstehende Mütter. Viele Mädchen müssen die Schulen schon vorzeitig verlassen, um sich um ihre Familien zu kümmern. Das Schulzentrum Schwestern ist im Bau und während dessen auch schon in Betrieb. Zwei Klassen werden bereits unterrichtet – nur 30 Kinder in einer Klasse. So können sie wirklich gefördert werden. Noch könnte man zuvorkommen, dass möglichst viele Kinder vom harten Schicksal der Straße bewahrt bleiben“, sieht Sr. Lengauer die Dringlichkeit der Hilfe. Eine Gruppe wird zu Friseurinnen ausgebildet – auf Frisuren legen Afrikanerinnen großen Wert, oft mehr als auf tägliches Essen. Bald wird es Sekretärinnenkurse geben.
Wer Sr. Christine Lengauer unterstützen will, kann dies mit einer Spende tun: Raika Weyer,(BLZ 34 747), Kto.:105.221, „Sr. Christine Lengauer“.