Der Solidaritätspreis hat sich einen Namen gemacht, zu wünschen wäre, dass sich die Solidarität wieder mehr einen Namen macht.
Wir leben in einer Zeit, in der es schwer ist, Solidarität zu üben. Viele wissen davon ein Lied zu singen, z. B. jene, die sich in Pfarren für Außenseiter engagieren, und dabei diese kalten, anfeindenden Kommentare zu hören bekommen: Die hat es sich doch gar nicht verdient . . . der ist ja selber schuld. . . wenn die etwas bekommt, dann sieht die Kirche keinen Groschen mehr von mir usw. Gegen diese Haltung standfest zu bleiben, sich im mildesten Fall belächeln zu lassen, im harten Fall Nachteile in Kauf zu nehmen, handeln tagaus tagein dennoch tausende Menschen. Sie wissen sich vom Glauben her oder von ihrem Humanitätsempfinden dazu verpflichtet. Sie stehen Menschen ohne Wenn und Aber zur Seite. Dies ist ein Charakterzug, der leider aus der Mode zu kommen scheint. Und dennoch spüren alle, auch die Kalten, dass es nur denen zu danken ist, die trozdem Wärme leben, dass unsere Gesellschaft noch wohnlich ist. Der Solidaritätspreis sagt dafür offiziell Danke!
Die Preisträger
Stellvertretung
Drei große Ordner füllen die Eingaben zum Solidaritätspreis der Kirchenzeitung. Hier sind berührende und einen hoffnung gebenden Weg weisende gute Taten zusammengetragen: Beispiele, die Spitze des Feuerbergs der Toleranz, der Geschwisterlichkeit und Gerechtigkeit sind.
So würdigt der Solidaritätspreis, wenn er zum Beispiel den Integrationsrat Vöcklabruck auszeichnet, auch stellvertretend all jene Initiativen, die zu einem Klima der Offenheit beitragen.Er würdigt auch stellvertretend alle, die sich für ein Miteinander von Jung und Alt, „behindert“ und „nicht behindert“ engagieren, wenn er das integrative PFINGST’L der Pfadfinder ehrt.
Wenn die Missionsrunde Vöcklabruck den Solidaritätspreis erhält, sind alle mitbedacht, die sich in den pfarrlichen und örtlichen Initiativen für eine gerechte Verteilung der Güter dieser Erde einsetzen. Egal, ob dieser Einsatz für die sogenannte „Dritte Welt“ besonders in materiellen Hilfsleistungen besteht oder eher in Bewusstseinsarbeit bei uns.
Die Auszeichnung von Helmut Krenn von der Gemeinschaft entwöhnter Alkoholiker gilt auch allen, die an der Seite jener stehen, die Alkoholprobleme in den Griff bekommen wollen. Der Solidaritätspreis ist hier auch ein Schrei gegen jene vielfältige Gedankenlosigkeit, manchmal auch Boshaftigkeit, die alkoholgefährdete Mitmenschen immer wieder zum Alkoholkonsum verleitet.
Mit Marianne Schmidleitner wird eine Frau geehrt, die in Pfarre und Gemeinde immer wieder zur Stelle ist, wenn es gilt zu helfen . . .
Wenn die Belegschaft der Firma Weingärtner in Kirchham wegen ihrer spontanen Urlaubspende für einen Kumpel mit dem Solidaritätspreis ausgezeichnet wird, dann wird unser Blick insgesamt auf die Fabrikshallen, Büros und Baustellen gelenkt. Dort ist vielfach noch trotz enormen Konkurrenzdrucks sehr viel Zusammenhalt zu spüren.
Und wenn Alois Haidvogl und Alois Neubauer aus Hörsching den Solidaritätspreis erhalten, dann gilt gleichzeitig der Dank allen, die sehr viel Privates in organisierte Hilfe einbringen.