Ausgabe: 1999/44, Neu Delhi, Havanna, Dili, Hannover
03.11.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
- Hasskampagne beenden
Neu Delhi. Vor dem Besuch von Johannes Paul II. haben hohe Geistliche der Hindus, Muslime, Sikhs, Christen und Jainas die „Hass-Kampagne“ in Indien gegen den Papst verurteilt. Premierminister Vajpayee von der nationalistischen Hindu-Partei BJP will zwar den Papst am 5. November als Staatsgast begrüßen. BJP-Sprecher Sharma sagte jedoch, es wäre gut, wenn der Papst bei seinem Besuch „Bekehrungen durch Verführung und Betrug“ verurteilen würde.
- 2000-Amnesty gefordert
Havanna. Die Kirche hat eine Teilamnestie für Gefangene zum Jahr 2000 gefordert. Außerdem verlangt sie, dass Priester endlich Zugang zu den Gefängnissen erhalten. Mit rund 10.000 Inhaftierten, darunter rund 500 politische Häftlinge, gehört Kuba zu den Ländern mit der höchsten Gefangenenrate. Der beim Papstbesuch von Castro versprochene „respektvolle, ernsthafte und fruchtbare Dialog“ zwischen Staat und Kirche sei bisher eine Wunschvorstellung geblieben.
- General soll vor GerichtDili. Carlos Belo, Bischof der osttimoresischen Hauptstadt, hat seine Forderung bekräftigt, den starken Mann Indonesiens, General Wiranto, und weitere hohe Militärs wegen Menschenrechtsverbrechen in Osttimor vor ein internationales Tribunal zu stellen. Indonesiens neuer Präsident Abdurrahman Wahid hat indes den bisherigen Armeechef und Verteidigungsminister Wiranto an die Spitze eines Superministeriums für „Sicherheit und politische Angelegenheiten“ berufen und damit zum Koordinator der Regierungspolitik gemacht. Wahid und Vizepräsidentin Megawati Sukarnoputri wollen sich mit ihrer neuen „Regierung der nationalen Einheit“ auf die Hilfe der Militärs stützen.
- Kampagne für den Sonntag
Hannover. Unter dem Titel „Ohne Sonntag gibt‘s nur noch Werktage“ hat die evangelische Kirche Deutschlands eine landesweite Kampagne. Mit Plakaten, Fernseh- und Kinospots, Inseraten und Aufklebern wird für den Sonntag als Ruhe- und Besinnungstag geworben.