St. Florian feierte die Erhebung der Stiftskirche zur Basilika
Ausgabe: 1999/44, St. Florian, Basilika, 1686
03.11.1999
- Matthäus Fellinger
Florianer Basilika soll Verkündigung des Glaubens in der Region lebendig halten.
Mit einem kräftigen Applaus „gratulierten“ die Gläubigen gleich zu Beginn des Festgottesdienstes zur Basilikaerhebung. „Wählt das Recht und sorgt für Gerechtigkeit“ und „Mein Haus wird ein Haus des Gebetes für alle Menschen genannt“ hieß es sodann in der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Jesaja. Damit ist ein „Programm“ angedeutet, wozu Kirche und Kirchen da sind. Mit der feierlichen Erhebung zur Basilika steht die Stiftskirche von St. Florian nun genau in dieser sozialen und spirituellen Aufgabe. Die Stiftskirche war voll, als am Mittwoch, 27. Oktober mit einem von Erzbischof Dr. Alois Wagner gefeierten Festgottesdienst die Feiern anlässlich der Erhebung „Basilika minor“ zu Ende gingen. Bereits am Sonntag zuvor hatte Diözesanbischof Aichern in St. Florian einen Festgottesdiest mit den Gläubigen gefeiert. In einer ganzen Veranstaltungsreihe war der Weg vom Ort des Martyriums des hl. Florians bis hin zur heutigen Basilika in den letzten Wochen immer wieder bedacht und in Erinnerung gerufen worden. Der 27. Oktober ist der Weihetag der Kirche im Jahr 1715. Probst Wilhelm Neuwirth hob die große Verpflichtung hervor: von diesem Gotteshaus aus soll die Verkündigung des Glaubens wirksam bleiben in der ganzen Region. Erzbischof Wagner betonte in der Festpredigt, die Kirche von St. Florian sei ein Haus für Gott suchende Menschen. Ihnen geben die Basilika und das Stift Antwort beim Sehen und Hören, beim Gebet und in der Betrachtung. Die Basilika von St. Florian rufe aber auch zum Bekenntnis auf. So stark wie das mächtige Bauwerk, so stark sollten auch die Christen in der Welt sein, unterstrich der Erzbischof. „Gott fordert eine gerechte Weltordnung, die Überwindung von Ungerechtigkeit und Ausbeutung“, hob auch Wagner die soziale Dimension als Aufgabe der Christen hervor.Die zahlreichen Seelsorger und Gläubigen, die vor allem aus den 33 Stiftspfarren gekommen waren, wurden gleich zu Beginn mit den gewaltigen Klängen der Orgel in den Gottesdienst einbegleitet. Mit der Uraufführung der Messe „Mater gloriosa“ von Augustinus Franz Kropfreiter - dem Florianer Stiftsorganisten und Chorleiter - erlebte der Festgottesdienst am Kirchweihetag einen besonderen musikalischen Akzent. Mit Erzbischof Dr. Wagner und dem Propst von St. Florian, Generalabt Wilhelm Neuwirth, konzelebrierten beim Festgottesdienst die Gemeinschaft der Chorherren des Stiftes sowie eine Reihe von Äbten und Pröpsten anderer Stifte. Die Stiftsbasilika St. Florian gilt als das Grabdenkmal des Märtyrers Florian, der am 4. Mai 304 den Martertod gestorben ist. Bereits 819 datiert die erste schriftliche Erwähnung der Verehrungsstätte des hl. Florian. Im Jahre 1071 berief Bischof Altmann von Passau die Augustiner Chorherren nach St. Florian.Mit dem Bau der heutigen barocken Stiftskirche wurde 1686 begonnen. Am 27. Oktober 1715 fand die Kirchweihe statt. Schließlich erhob Papst Johannes Paul II. mit Dekret vom 22. Februar 1999 die Kirche zur "Basilika minor".Der Konvent von St. Florian unter der Führung von Generalabt Wilhelm Neuwirth zählt derzeit 42 Angehörige. Sie sind in erster Linie als Seelsorger in den 33 Pfarren Oberösterreichs tätig, die dem Stift inkorporiert sind.