Franz Strasser präsentierte bei Bibelfest sein neues Bibel-Stück
Ausgabe: 1999/45, Gott, Götzen, Strasser, Franz Strasser, Puchberg, Bibelfest
09.11.1999
- Matthäus Fellinger
Ein dreitägiger Bibelmarathon bot in Puchberg viele Höhepunkte.„Der VW-Konzern baut sich eine eigene Stadt und erklärt den Autokult zur Religion.“ „Die Ideologien haben ihren Wert verloren. Was bleibt sind die Unternehmen; sie werden die Sinnstifter der Zukunft sein.“ So im Theater-Prospekt.2.600 Jahre ist es her und die jüdische Oberschicht lebte in Gefangenschaft. Babylon hatte Juda besiegt. Sind die babylonischen Götter stärker als jene Israels?Franz Strasser, Schauspieler aus Wels und in vielen Pfarren bekannt durch seine Interpretation des Markus-Evangeliums, hat dieses Spannungsfeld zum Stoff seines neuen Stückes gemacht. „Was soll ich rufen“ heißt die musikalisch-dramatische Auseinandersetzung mit dem Propheten Jesaja. Zwei Holzklötze, ein metallenes „Gussgebilde“, ein Podium. Das ist auch schon die ganze Ausstattung auf der Bühne. „Ihr seid unsere Götter“, beten die Leute ihre Gussbilder an. Grundmaterialien, mit denen die Sinnstifter von heute Menschen zu befriedigen suchen.Begleitet wird Franz Strasser bei seinem neuen Stück von Albin Zeilinger auf der Marimba und Doris Freimüller auf der Klarinette. Sparsam und eindringlich, wie das ganze Stück. Beim dreitägigen Bibelfest im Bildungshaus Schloss Puchberg vom 29. bis 31. Oktober hat Stasser seine Jesaja-Interpretaion erstmals gezeigt.Rund 160 Leute nahmen an diesem dreitägigen „Bibelmarathon“ teil. Der aus Natternbach stammende Grazer Professor für Altes Testament Dr. Johannes Marböck war schon bei der ersten Bibelausstellung der Diözese Linz vor 30 Jahren Festredner. 13.000 Leute kamen damals zur Ausstellung. In seinem Vortrag betonte Marböck den Eigenwert der alttestamentlichen Bücher. Festorganisator Dr. Franz Kogler zeigte sich erfreut über die Intensität, in der beim Bibelfest gearbeitet wurde. Kraft holten sich die Teilnehmer/innen bei den Buffets, die Elisabeth Jodlbauer-Riegler und Workshop-Teilnehmerinnen nach biblischen Rezepten zubereitet hatten.