Das Loblied auf die Frau zeigt uns in kunstvoller Sprache eine freudig engagierte, selbstbewusste und eigenständige Frau, die sowohl im Haus der Familie als auch in der Öffentlichkeit geachtet ist. Anders ausgedrückt: eine Frau, die mitten im Leben steht.
Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert. Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie, und es fehlt ihm nicht an Gewinn. Sie tut ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens. Sie sorgt für Wolle und Flachs mit emsigen Händen. Nach dem Spinnrocken greift ihre Hand, ihre Finger fassen die Spindel. Sie öffnet ihre Hand für die Bedürftigen und reicht ihre Hände den Armen. Trügerisch ist Anmut, vergänglich die Schönheit; nur eine gottesfürchtige Frau verdient Lob. Preist sie für den Ertrag ihrer Hände, ihre Werke soll man am Stadttor loben.
2. Lesung 1 Thess 5, 1–6
Es gab sie zu allen Zeiten, im heurigen Jahr 1999 sind es ein paar mehr: jene, die auftreten und das Ende der Zeit voraussagen wollen. Es ist Scharlatanerie und Angstmacherei. Der Tag Gottes ist nicht vorausberechenbar. Ob es ein „böses Erwachen“ oder eine freudige Überraschung wird, liegt an uns.
Über Zeit und Stunde, Schwestern und Brüder, brauche ich euch nicht zu schreiben. Ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. Während die Menschen sagen: Friede und Sicherheit!, kommt plötzlich Verderben über sie wie die Wehen über eine schwangere Frau, und es gibt kein Entrinnen. Ihr aber, Schwestern und Brüder, lebt nicht im Finstern, so dass euch der Tag nicht wie ein Dieb überraschen kann. Ihr alle seid Kinder des Lichts und Kinder des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis. Darum wollen wir nicht schlafen wie die anderen, sondern wach und nüchtern sein.