Immer mehr, vor allem junge Väter „brechen das Schweigen“. Man sieht sie in Schwangerschaftskursen, auf Spielplätzen und mit Kinderwagen. Trotzdem ist das Schweigen der Väter immer noch groß, aus vielen Gründen und auf vielen Ebenen:
- Es ist das Schweigen jener Väter, die ohne gutes männliches Vorbild aufgewachsen sind und nie gelernt haben, mit Zärtlichkeit, Gefühlen, Spiel und Kindern umzugehen. Sie bleiben stumm und hilflos, weil sie keinen Ausdruck finden.
- Es ist das Schweigen jener Väter, die nicht die Kraft und die Einsicht haben, sich in die Inszenierung von Mutter und Kind einzumischen. Sie lassen sich aus dem Bannkreis der Kinder verdrängen und merken irgendwann, dass sie daheim nur noch eine Nebenrolle spielen und zunehmend verstummen.
- Es ist sicher auch das Schweigen ignoranter Väter, die sich selber auf Kinderzeugen reduzieren und sich aufs Geldverdienen reduzieren lassen.
- Und es sind auch jene Väter, die geschieden sind, die nicht selten nur noch zahlen dürfen und sich dann wohl oder übel zurückziehen und verschwinden. Sie schweigen, aber sie leiden am schlechten Gewissen gegenüber den Kindern.
- Es ist Zeit, dass die Väter ihr Schweigen brechen, dass sie aufstehen und sich einmischen,dass sie ihre Verantwortung wahrnehmen. Wo wir können, müssen wir sie dabei unterstützen, – auch durch politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Damit Töchter ganze Frauen und Söhne ganze Männer werden, brauchen sie nicht nur die Fürsorge der Mutter, sondern auch eine gute Vaterbeziehung.