Der Katholische Familienverband hielt vergangenes Wochenende Klausur. Was sind die gegenwärtigen Ziele?
Österreich steht vor dem Problem eines dramatischen Geburtenrückganges. Ab dem Jahr 2010 brauchen wir Zuwanderer, um den Arbeitsmarkt überhaupt decken zu können.Wir müssen die 40- bis 60-Jährigen besser qualifizieren. Der „zweite Bildungsweg“ muss gefördert werden.
Nach dem Wahlkampf ist es um Familienpolitik ruhig geworden.
Das stimmt. Deshalb machen wir auf unsere Forderungen aufmerksam. Kinder kann der Staat nicht kaufen. Er muss aber dafür sorgen, dass die Bedingungen so gestaltet werden, dass mehr Kinder geboren werden.Ganz wesentlich muss gegen die Benachteiligung von Frauen, die Kinder haben, etwas entgegengesetzt werden. Frauen laufen, wenn sie Kinder bekommen, heute in Gefahr, als minder qualifiziert oder zu alt ausgegrenzt zu werden. Kindererziehung, aber auch die Pflegezeiten für alte Menschen müssen pensionsbegründend angerechnet und überhaupt als Arbeit anerkannt werden. Der Staat könnte von sich aus diese Leistungen nie finanzieren. Unsere Forderung nach Karenzgeld für alle halten wir aufrecht.
Walter Kastner ist Organisationssekretär des Katholischen Familienverbandes in der Diözese Linz.