Ausgabe: 1999/46, Die kleinen Brüder Christi, Micic
16.11.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Wer sind die kleinen Brüder Christi – jene Geringsten, von denen Jesus sagt: Was ihr einem von diesen getan habt, das habt ihr mir getan? Es sind die Armen, die Benachteiligten und die Erniedrigten, die Leidenden und Gefolterten. Wer diese aufnimmt, nimmt Christus auf. Wer sie abweist, weist Christus ab. Wer sie verfolgt, verfolgt Christus. Ihr Feind ist Feind Christi. An uns wird die schicksalhafte Frage gestellt: Wo stehen wir? Rechts sind seine Freunde, links seine Feinde. Rechte Seite bedeutet den Kampf für den Sieg Christi und seine Prinzipien, für den Sieg der Liebe über den Hass, für den Sieg der Barmherzigkeit über Egoismus, für den Sieg der Gerechtigkeit über Ungerechtigkeit.Linke Seite bedeutet Leben ohne Christus, Leben gegen Chris-tus. Ihr Name ist Sünde. Rechte Seite und linke Seite führen ständig Krieg im Inneren des Menschen. Die Schwachen werden vom Leben, voll von Heimsuchungen, weggetragen, wie der Wind das Laub fortträgt.Christen sollen darum wissen und sich entscheiden, wo sie stehen wollen. Sie stehen fest, und wenn sie manchmal auch wegen Versuchung und Schwäche hinfallen, sind sie doch im Stande aufzustehen, weil ihnen der Glaube die Kraft gibt und die Überzeugung, dass nur dieser Weg der Weg Christi ist.
„An uns wird die schicksalhafte Frage gestellt: Wo wollen wir stehen?“Dragan Micic,serb.-orth. Pfarrer in Asten/Linz