Ausgabe: 1999/46, Reichskristallnacht, Auschwitz, Christen, stumm
16.11.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
„Nach den tiefen Wunden, die dieses Jahrundert der Menschlichkeit geschlagen hat, nach den November-Pogromen (Reichskristallnacht) und nach Auschwitz können Christen nicht stumm bleiben, wenn Menschen und ihre Würde wieder verletzt werden.“ Das betonte Kardinal Franz König beim Abschlussgottesdienst zur Gebets- und Bedenkwoche „Mechaye hametim“, die in Wien jährlich von christlichen Organisationen in Erinnerung an die antijüdischen Ausschreitungen im November 1938 organisiert wird. Besorgt fragte König, ob wir wirklich aus der Geschichte gelernt hätten. Heute würden zwar keine Synagogen und Thora-Rollen und Bücher mehr verbrannt, „aber sind nicht wieder Brandstifter unter uns, die das Wort Gottes aufs Neue verbrennen und Worte wie ,Solidarität‘ ,Unantastbarkeit der Menschenwürde‘ und ,Unteilbarkeit der Menschenrechte‘ zu zerstören versuchen“.