Pastoralrat will das Thema Homosexualität zur Sprache bringen.
Verständnis für die Entscheidung der Jury, der Homosexuellen-Initiative Linz einen Solidaritätspreis zuzuerkennen, aber auch Verständnis für die Verantwortlichen der Kirchenzeitung, die diesen Preis dann zurückgezogen haben. Das war der Grundtenor einer Diskussion im Pastoralrat der Diözese Linz, der am Freitag und Samstag letzter Woche im Bildungshaus Puchberg tagte. Der aktuelle Konflikt eröffne die Chance auf eine anstehende ernste Auseinandersetzung mit der Frage von Kirche und Homosexualität. Der Pastoralrat selbst will sich dieser Aufgabe stellen (siehe „Erklärung“ unten).
Ja zu einem Kommunikationskonzepte
Vor dem Pastoralrat wurden die Grundzüge eines neuen „Kommunikationskonzeptes“ präsentiert. Dieses sieht eine bessere Vernetzung der Öffentlichkeitsarbeit in der Diöezese Linz vor. Vorgesehen ist die Einführung eines Pressesprechers des Bischofs sowie eine/r Diözesansprechers/in. Kirchenbeitragsstellen, die sehr viel Kontakt mit Menschen haben, sollen auch zu Kommunikationsdrehscheiben und Servicestellen weiterentwickelt werden. In einem diözesanen Kommunikationszentrum sollen die schon bisher vorhandenen Einrichtungen gebündelt werden. Die Entscheidung über die Umsetzung des Kommunikationskonzeptes wird nach Beratung im Konsistorium vom Diözesanbischof getroffen.
Kultur des Sonntags
Die Thematik der freien Sonn- und Feiertage soll in Oberösterreich noch mehr zur Sprache kommen. Dabei will die Kirche stark die „Kultur“ des Sonntags ins Gespräch bringen, betonten die Pastoraräte. Damit Menschen mehr „Geschmack am Sonntag“ bekommen, startet Kirchenzeitung im Jänner ein Schwerpunktthema unte dem Titel „Kultur des Sonntags“.
Fastenzeit 2000: Geöffnet
In der Fastenzeit der beiden Jahren 2000 und 2001 sollen Menschen besonders zu spirituellen Angeboten in der Diözese eingeladen werden. Dabei werden unter dem Stichwort „Geöffnet“ die Dekanate und Seelsorgsräume zu ihren bestehenden oder neuen Angeboten in eigenen Prospekten einladen. Die Kirchenzeitung unterstützt dieses Anliegen mit einem Fastenzeit-Reihe.
Keine Diskriminierung Homosexueller
Erklärung des Pastoralrates Linz zum Konflikt um den Solidaritätspreis der Kirchenzeitung
„Der Pastoralrat der Diözese Linz nimmt die Vorgänge um den zugesprochenen und schließlich doch nicht verliehenen Solidaritätspreis der Kirchenzeitung für die Homosexuellen-Initiative Linz zum Anlass für folgende Feststellung:Die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung kann sich nicht auf christliche Prinzipien berufen. Diese Frauen und Männer sind - wie alle anderen auch - ohne Vorbehalte eingeladen, in unseren Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen mitzuleben, mitzufeiern und mitzuarbeiten. Der Pastoralrat tritt im Sinne des „Dialogs für Österreich“ dafür ein, dass unsere Kirche sich verstärkt mit den Anliegen der betroffenen Menschen in solidarischer Weise befasst, und wird sich auch selbst dieser Aufgabe stellen.“