Angst vor Unheil – Jahrtausendwende, Prof. Dr. Marianne Gronemeyer
Ausgabe: 1999/47, Gronemeyer
23.11.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Sie werden demnächst in Linz zum Thema Angst vor Unheil sprechen. Gibt es für Sie Gründe der Angst? Diese Angst ist weiß Gott berechtigt. Es gibt eine ganze Menge von Dingen, die längst aus unserer Bemächtigung entglitten sind, sodass sich die Angst mehr auf die von Menschen gemachten Dinge konzentriert als früher, als man das von der Natur herabgekommene Unheil fürchtete. Was uns am meisten ängstigt, sind vom Menschen gemachte Dinge.
Woran denken Sie im Konkreten? Die gefährlichsten „Errungenschaften“ haben wir in der Nuklear-Technologie, ebenso in den sogenannten „Lebenswissenschaften“ wie der Biotechnologie. Es gibt weltweit keinen Winkel mehr, der nicht im Zusammenhang mit der Globalisierung von diesem „Fortschritt“ betroffen wäre.
Haben diese Ängste mit der Jahrtausendwende zu tun? Nicht direkt, aber insofern es sich um die Technologien des nächsten Jahrtausends handelt, schon, wobei ich die Magie des Datums nicht überschätzen möchte.
Marianne Gronemeyer spricht am Donnerstag, 25. November, 18 Uhr, auf Einladung der ökumenischen Krankenhaus-Seelsorge im Festsaal des Allgemeinen Krankenhauses in Linz.