Literarisches aus Vergangenheit und Gegenwart in Puchberg
Ausgabe: 1999/47, Diktatur, Puchberg, Schreiben
23.11.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Das Puchberger Literaturgespräch will in Lesungen, Referaten und Diskussionen die Situation von Autorinnen und Autoren damals und heute durchleuchten.
Auch heute noch erleben Schriftsteller/innen eine ähnliche Situation wie in der NS-Zeit. Ein Blick auf unsere Nachbarländer kann folgende Fragen aufwerfen: Wer ist heute in Serbien regimetreu? Gibt es dort Widerstand im Untergrund? Oder: Wie erging es den Schriftstellern in der ehemaligen Republik Tschechoslowakei? Bei all diesen Überlegungen stellt sich auch die Frage nach der eigenen Vergangenheit und der Rolle der Schriftsteller während der NS-Zeit. Kann man als Schrifsteller in einer Diktatur überleben, ohne dem Regime nach dem Mund zu reden?Referenten und Diskussionspartner sind beim Puchberger Literaturgespräch eingeladen, verschiedene Meinungen zu diskutieren und Literatur vorzustellen. Viola Fischerová, Lyrikerin aus Prag, wird über jene Zeit berichten, als sie im Jahr 1952 gemeinsam mit Václav Havel und einem Kreis junger Leute eine literarische Gruppe gründete. Der serbische Autor Dragan Velikic ist in seiner Heimatstadt Belgrad nicht mehr erwünscht und lebt jetzt in Budapest, auch er wird in Puchberg gemeinsam mit Prof. Dr. Reinhard Kannonier und Dr. Friedrich Denk, dem Autor von „Zensur der Nachgeborenen“, am Literaturgespräch teilnehmen. Den literarischen Werken der geladenen Gäste soll dabei – neben Diskussion und Information – genügend Raum und Wort gegeben werden.
Das Puchberger Literaturgespräch findet am Samstag, 4. Dezember, von 16 bis 20 Uhr im Bildungshaus Schloss Puchberg in Zusammenarbeit mit dem ORF statt. Eintritt: S 210,– ,