Ausgabe: 1999/47, Welt-Werkstatt, Kirche Riedlsperger, KSÖ
23.11.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Vor 40 Jahren wurde die Katholische Sozialakademie von den österreichischen Bischöfen gegründet. Unter ihrem legendären ersten Leiter, P. Walter Riener SJ, war sie so etwas wie die Kaderschmiede und Denkwerkstatt einer neuen Generation christlichsozialer Politiker. Jahre bevor das Konzil in der Pastoralinstruktion „Gaudium et spes“ die Bedeutung des sozialen und gesellschaftlichen Engagements als Wesenszug christlichen Glaubens betonte und dabei auch auf die notwendige Sachkompentenz hinwies, hat die Katholische Sozialakademie das gefördert. Eine wichtige Rolle spielte die Sozialakademie auch bei der Annäherung von Kirche und Sozialdemokratie. Ihr zweiter Leiter, P. Herwig Büchele SJ, kam dabei auch wiederholt unter Beschuss konservativer Kreise. Auch die damals von der KSÖ aufgegriffenen Zukunftsthemen, wie die Fragen eines Grundeinkommens oder die drohende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich, erregten heftige Debatten. Unter der Leitung von P. Alois Riedlsperger SJ hat die Sozialakademie den größten Diskussionsprozess zu sozialen Fragen in Österreich als Vorbereitung zum Sozialhirtenbrief (1990) wesentlich mitgestaltet. Gesellschaftspolitik, politische Bildung und Organisationsentwicklung sind die Tätigkeitsfelder der KSÖ-Arbeit.