Ausgabe: 1999/47, Tur Abdin, Kultur, Buch, Bildband, Sprache Jesu
23.11.1999
- Walter Achleitner
Wenn im Südosten der Türkei christliche Eltern ihr Kind in den Schlaf singen, dann tun sie das in der selben Sprache, wie einst Maria ihren Sohn zum Schlafen gebracht hat. So fern, aus österreichischer Sicht, die Christen auf dem hochgelegenen Plateau zwischen Tigris und der Grenze zu Syrien leben, so alt ist ihre christliche Tradition. Bereits im Jahre 120 wird im Tur Abdin ein Bischof erwähnt. Und für die Syrische Kirche gilt der „Berg der Knechte Gottes“ als Heiliges Land, sein Besuch als Wallfahrt.In über 400 Farbbildern und mit viel Liebe zum Detail wird nun erstmals das Leben der Christen im Tur Abdin vorgestellt. Dass es dem Linzer Theologen Hans Hollerweger gelungen ist, mit dem Bildband die Geschichte, Gebräuche und den Alltag einzufangen, bestätigt Behnan Hindo: „Er musste dieses Buch schreiben, damit ich mich darin wieder finde“, meinte der Erzbischof im syrischen Hassaké. Selbst im Tur Abdin geboren, teilt er das Schicksal mit Tausenden – als Flüchtling fern der Heimat.„Tur Abdin – lebendiges Kulturerbe“ dokumentiert aber auch das Selbstbewusstsein der immer wieder verfolgten und bedrängten Christen in Ostanatolien, für deren Überleben sich der Autor seit zehn Jahren aktiv einsetzt.
Das Buch kann ausschließlich bezogen werden über: Freunde des Tur Abdin, Bethlehemstraße 20, 4020 Linz. Bei Bestellung bis 31. Dezember kostet der Bildband nur 420 Schilling (zuzüglich Porto und Versand).