Ausgabe: 1999/47, Linz/Stadtpfarre, Stadtpfarre, Maquila, Spiel
23.11.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Man steht an der Bar und bestellt ein Getränk. Aber während der eine S 15,– zu bezahlen hat, legt ein anderer nur S 5,– hin. Ungerecht! So ist die Welt nun einmal. Maquila ist hier nur ein Spiel. Am Sonntag, 12. Dezember ab 10 Uhr, kann man es beispielsweise in der Linzer Stadtpfarre spielen. Eine Selbstbesteuerungsgruppe organisiert das Spiel zugunsten der Aktion „Sei so frei“. Bevor man bestellt, muss man würfeln. Und je nachdem, ob man nun als jugendlicher Konsument, als Näherin oder als Aktionär aus dem Würfelspiel hervorgeht, hat man zu bezahlen – der Aktionär eben am wenigsten. Es gehört im Leben halt viel Glück dazu, eine günstige Position zu erreichen.Maquila ist nicht nur ein Spiel. So heißen jene großen Freihandelszonen in Lateinamerika, in denen die Weltkonzerne produzieren lassen. Sie erhalten von der Regierung besondere Vergünstigungen, zahlen kaum Steuern.Maquila als Spiel soll betroffen machen. Eine „Maquila-Bar“ lässt sich bei Pfarrfesten ohne viel Aufwand einrichten – und führt zu Nachdenklichkeit. Entwickelt wurde das Maquila-Spiel von der Katholischen Jugend in Österreich. Der Arbeitskreis Weltkirche und Entwicklungsförderung (WEKEF) bietet einen speziellen Koffer an – mit allem, was man für eine Maquila-Bar braucht.