Bräuche und Traditionen verschwimmen: Immer öfter sieht man den rotgewandeten Weihnachtsmann auch in unseren Breiten. Er tritt kommerzialisiert auf. Seine Wurzeln gehen zwar auf den wohltätigen hl. Nikolaus zurück, der etwa um 270 nach Christus in der antiken türkischen Stadt Myra geboren wurde, aber Mitra, Kreuz und Hirtenstab fehlen beim importierten Weihnachtsmann. Welche Bewandtnis hat es damit? Die Nikolausidee setzte sich in vielen Ländern der Erde durch. Sie fand auch den Weg nach Skandinavien. Die Person des christlichen Heiligen vermischte sich mit Mythen und Wintergöttern des Nordens. Der„Sinterklaas“ wanderte dann mit europäischen Emigranten in die „Neue Welt“ aus. Als „Adresse“ wird der Nordpol angesehen. Der Schriftsteller Clarke Moore prägte den Santa Claus, der mit Schlitten und acht Rentieren unterwegs ist. Der echte Nikolaus wandelte aber unter Palmen und kannte vermutlich keine Rentiere, sondern Kamele. Der Weihnachtsmann-Mythos wurde durch die zeitliche Nähe des Sterbetages von St. Nikolaus am 6. und des Geburtstages des Jesuskindes am 24. Dezember immer mehr zusammengelegt. Wirklich nachdenkenswert ist, dass der amerikanisierte Weihnachtsmann stark die christlichen Inhalte verdrängt.