Ein kleines Jubiläum wurde beim Ordenstag gefeiert. Seit 40 Jahren arbeiten Österreichs Männerorden zusammen.Wieder einmal haben die Ordensgemeinschaften gezeigt, wie viel an Veränderungen in der Kirche möglich ist. Auf den ersten Blick scheint das Jubiläum der 40-jährigen Zusammenarbeit der Männerorden in Österreich zwar unspektakulär, was die Superiorenkonferenz (SK) seit ihrer Gründung am 12. November 1959 aber erreicht hat, ist erstaunlich.
„Vielleicht gerade weil die Zeit für die Orden schwieriger geworden ist, wurde die Zusammenarbeit leichter“, meint Leonhard Gregotsch. Der Kamillianerpater ist seit 1979 SK-Generalsekretär. „Heute geht es nicht mehr nur um die Sicherung der wirtschaftlichen Interessen der Orden, sondern auch um die spirituelle Zusammenarbeit“, meint Gregotsch. „Das war früher nicht selbstverständlich.“ So wurde beispielsweise im Rahmen der Ausbildung der angehenden Ordensmänner die gemeinsame Noviziatswoche in Österreich eingeführt. Dass im Anschluss daran Mitbrüder aus anderen Orden zur Ordensprofess ins Tiroler Stift Wilten fahren, sei nur ein erfreulicher Nebeneffekt. Noch einen Schritt weiter im Austausch religiöser Erfahrungen ist die Familie der franziskanischen Ordensgemeinschaften gegangen. So berichtete der Provinzial der Nordtiroler Franziskanerprovinz, P. Wolfgang Heiß, dass sich erstmals die Novizinnen und Novizen auf den Spuren des Franz von Assisi aus ganz Österreich getroffen haben.
Sorgenkinder
Als vorrangiges Ziel sieht Pater Leonhard Gregotsch aber die Absicherung der Zukunft der bisher von Orden getragenen sozialen Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser. „Nach wie vor sichern die Ordensleute die Präsenz der Kirche in diesem Bereich.“ Die Zeit, wo geistliche Schwestern in Altenheimen gearbeitet haben, sei schon lange vorbei. Gegenwärtig machen sich die Bischöfe, so P. Gregotsch, auch Sorgen darüber, dass ein ähnlicher Trend in den Kindergärten zu spüren sei. Bei der Suche nach zukunftsfähigen Modellen für Schulen und Krankenhäuser waren die Superiorenkonferenz und das weibliche Pendant, die Vereinigung der Frauenorden (VFO), erfolgreich. So wurde 1992 die „Vereinigung von Ordensschulen Österreichs“ ins Leben gerufen. In ihr sind bisher fünf Schulen von vier Ordensgemeinschaften zusammengefasst.
Schulprofil gesichert
„Wir haben gute Ergebnisse“, urteilt der Generalsekretär über die wirtschaftlichen und pastoralen Folgen der ordensübergreifenden Zusammenarbeit im Schulbereich. „Sie schreiben schwarze Zahlen, weil ihnen nichts anderes zur Verfügung steht als das, was die Eltern im Schulgeld anbieten können. Und die Schulen haben weiterhin ein katholisches Schulprofil, weil die Laien engagiert mitarbeiten“, sagt Gregotsch im Blick auf das Gymnasium der Serviten in Volders, wo „nur mehr“ Laien tätig sind.
Auch im Bereich der Krankenhäuser habe sich viel getan. Betriebswirtschaftlich haben die Gemeinschaften schon vor Jahren damit begonnen, die Spitäler von den Orden abzukoppeln und in GmbHs umzuwandeln. Im nächsten Schritt sind sie nun so weit, dass einzelne Krankenhäuser zu einer „Holding“ zusammengefasst werden können. Als erfolgreiches Beispiel dafür nennt P. Gregotsch die Lösung für das orthopädische Krankenhaus in Wien. Am 1. Jänner 2000 wird das bisher von den Stockerauer Schwestern geführte 300-Betten-Spital in die Holding der Barmherzigen Schwestern (Wien, Gumpendorfer-Straße) eingegliedert.
In einem Satz
Ordensleute heute. Am 31. Dezember 1998 zählten die 213 Orden in Österreich 8909 Mitglieder, davon lebten 6384 Ordensfrauen in 629 Klöstern sowie 2525 Ordensmänner in 316 Klöstern.
Kranke heilen. Im vergangenen Jahr wurden 34 Krankenanstalten von Orden (Frauen: 25/Männer: 9) in Österreich geführt.
Pfarren leiten. 1998 wurden von den 3097 Pfarren in Österreich 612 von Ordenspriestern geleitet, 422 davon gelten als sogenannte „Stiftspfarren“, 190 wurden von den zehn Diözesen einem Orden zur Leitung „anvertraut“. 193 Ordensfrauen waren in der Pfarrpastoral tätig; einige „leiteten“ Pfarren – doch darüber schweigt die Statistik.
Weltweit im Einsatz. Aus österreichischen Ordenshäusern waren im vergangenen Jahr insgesamt 640 Missionsschwestern und Missionare im Dienst der Weltkirche tätig.
Weltweit im Netz. Österreichs Orden haben den Sprung ins Internet gewagt, zu finden sind sie nur für Geübte, denn die Homepage der katholische Kirche Österreichs (www.kath-kirche.at) verwehrt den Zugang zu den Orden, obwohl es sie dennoch gibt: Frauenorden: http://ourworld.compuserve.com/homepages/theresiasessingMännerorden: www.kath-kirche.at/maennerorden/