Handydiskussion in Puchberg am 16. November. Die geballte Ladung Information zeigt, dass auf die Pfarren große Herausforderungen zukommen.
Was würde er tun, wäre er in einem Pfarrgemeinderat und hätte mitzuentscheiden, ob auf den Kirchturm ein Mobilfunk-Sender kommen soll oder nicht? – Ein Mann aus dem Publikum stellte an den Arzt auf dem Podium diese Frage, an Dr. Wilhelm Mosgöller vom Institut für Krebsforschung der Uni Wien. Dieser hat selbst wenig Bedenken, er kommt aber mehrmals auf zwei Dinge zu sprechen: Gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse kann niemand behaupten, die Strahlung des Mobilfunks sei unschädlich, genauso wenig aber könne deren Gefahr bewiesen werden. Das schwerwiegendere medizinische Problem sieht Mosgöller in der Angst. Angst vor etwas, dem man ausgesetzt ist, nichts dagegen unternehmen kann und es auch nicht einschätzen kann.
Mobilfunkanlagen auf Kirchtürmen werden damit , das zeigte die Enquete in Puchberg, die der Arbeitskreis Ökologie der Diözese Linz aus dringendem Anlass organisiert hat, zu einem Demokratie-Problem. Der dringende Anlass hängt damit zusammen, dass mehr und mehr Pfarren mit dem Ansinnen von Netzbetreibern konfrontiert sind, auf die Kirchtürme ihre Sendeanlagen, von aussen unauffällig, einzubauen. Dafür winken einer Pfarre Mieteinnahmen bis zu S 70.000,– jährlich. Ein Geld, das sich nach reiflicher und überwältigend mehrheitlicher Zustimmung eine Pfarre nicht entgehen lassen dürfe. So war jedenfalls die Meinung von Johann Reiter, dem Vorsitzenden des Finanzausschusses der Pfarre Wels- Hl. Familie. Geld, mit dem die Seelsorge abgesichert werden kann.
Ganz anderer Meinung waren manche Diskutanten aus dem Publikum. Kritische Anmerkungen kamen auch von Mag. Sandriesser, dem Umweltbeauftrgaten der Diözese Gurk-Klagenfurt, und Dr. Rolf Moser vom veranstaltenden Ökologie Arbeitskreis.
Gesundheit, Denkmalschutz, Ethik – viele Themen sind miteinander in der Frage Mobilfunk verwoben. So verschieden die Interessen sein können, eines wird von allen ähnlich gesehen: Es braucht größtmögliche Miteinbeziehung der Anrainer, die Entscheidungen müssen transparent sein, die Interessen und Sorgen der Menschen im Umkreis der Kirche ernst genommen werden.
Generalvikar Mag. Josef Ahammer, selbst unter den Teilnehmern, hat ein Bündel Fragen und Sorgen, aber auch Entscheidungshilfen aus Puchberg mitnehmen können. Er dankte für die Initiative zur Enquete und bat um einen verantwortungsvollen Umgang.