Ausgabe: 1999/47, Rohrbach, Arbeiterkammer OÖ, Nachtarbeit, Frauen, Frau
23.11.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
„Rohrbacher Industriebetriebe müssen auf Frauen verzichten“ – so lautet eine Mitteilung der OÖ. Wirtschaftskammer. Obwohl der Bezirk Rohrbach bei Frauen die höchste Arbeitslosenquote aufweist, scheitert die Beschäftigung von weiblichen Arbeitskräften an den „unzumutbaren Forderungen der Gewerkschaft“. Der von der Gewerkschaft geforderte 10%ige Zeitzuschlag oder ein gleichwertiger Geldzuschlag müsste auf Grund des Gleichbehandlungsgrundsatzes auch für Männer gelten. Dies hätte zur Folge, dass bei der Einstellung nur einer weiblichen Arbeitskraft für die Nachtschicht die gesamte Nachtarbeit eines Betriebs um 10% verteuert würde. Diese zusätzlichen Kosten seien für Betriebe nicht finanzierbar, was den Verzicht von weiblichen Arbeitskräften bedeute.Mag. Ilse Hauder vom Frauenreferat der Arbeiterkammer OÖ hält dem entgegen, dass durch die Nachtarbeit die Produktion gesteigert wird und die Maschinen besser ausgelastet sind. „Damit Nachtarbeit nicht zur Regelarbeit wird, bei der den zusätzlichen Nutzen allein die Unternehmen haben ..., sind Zeit-guthaben bzw. Zuschläge, die die Nachtarbeit verteuern ... unabdingbar“, unterstützt Ilse Hauder in einer Stellungnahme die Gewerkschaftsforderungen.