Statt zur wohlverdienten Diplomreife-Reise brach Martina Danmair lieber nach Guatemala auf. Vier Wochen in einer anderen Welt.„Wir bauen eine Schule für Maya-Kinder.“ Das war das Ziel. Daran mitzuwirken ist gar nicht so einfach – wenn sich die Schule am anderen Ende der Welt befindet. Martina Danmair aus Tragwein hat alles darangesetzt. Als Diplomkrankenschwester war sie gerade mit der Ausbildung fertig, die Frage einer Diplom-Abschlussreise stand an. Doch keine bloße Fahrt zum Vergnügen wollte die junge frisch gebackene Krankenschwester mitmachen, lieber sollte es eine Reise mit Sinn sein. Martina Danmair hatte von Solidaritätseinsätzen, die vom Arbeitskreis Weltkirche in Wiener Neustadt organisiert werden, gehört.Vier Wochen war Danmair auf Einsatz in Guatemala, als eine von neun jungen Österreicherinnen und Österreichern.Die Kosten für den Einsatz tragen die Teilnehmer selber. Martina hat aber in der eigenen Pfarre Unterstützung gefunden. Eine Firmgruppe organisierte einen Pfarrkaffee – und stellte das Geld für Martinas Einsatz zur Verfügung. Zehn Autostunden von der Hauptstadt Guatemala-City entfernt lag das Grundstück, ein Maisfeld, das erst abgeerntet werden musste. Darauf sollte die neue Schule für die Maya-Kinder gebaut werden. Das händische Schneiden der Maispflanzen war die erste Arbeit. Das Ebnen des Grundstückes, das Zusammenzimmern einer Bauhütte gehörte zu den nächsten Aufgaben des Teams. Der Sinn eines Solidaritätseinsatzes besteht aber vor allem im Kontakt mit Menschen einer anderen Kultur.„Durch das Einlassen auf das einfache Leben, die mühsame Arbeit, die landesübliche Kost und durch das Interesse am Leben der Einheimischen wird Solidarität spürbar.“ So erinnert sich Martina nach der Rückkehr an ihren Einsatz. Das Wesentlichste, das sie für ihr Leben daheim als Krankenschwester von ihrem Einsatz in Mittelamerika mit nach Hause genommen hat, ist das Staunen über die Bescheidenheit, die den Armen in Guatemala nicht abhanden gekommen ist. Viele kleine Unzufriedenheiten vermag sie nun anders zu sehen. Bei ihrem neuen Beruf im Krankenhaus wird sie diese Erfahrung nun brauchen und weitervermitteln können.Eltern, Lehrer und Schüler setzen jetzt selbst den Bau ihrer künftigen Schule fort. Die Einsatzgruppe aus Österreich bastelt zur Zeit an einem Fotokalender. So hofft man Geld zur Unterstützung des Weiterbaus zu bekommen.
Info: Arbeitskreis Weltkirche, Vikariat Unter dem Wienerwald, Neuklostergasse 1, 2700 Wiener Neustadt, Tel. 02622/291 31 42.