Auch wenn sie von Haider und seinen Trabanten noch so angeätzt werden: die „Gutmenschen“ sind gefragter denn je. Und es gibt sie – nicht nur unter den Kerzerl oder Blinklichter tragenden Demonstranten. Es gibt sie, die Frauen, die am Küchentisch einem ausländischen Kind bei den Schulaufgaben helfen, die Schüler, die jede Woche im Altenheim ihre „Wahlomas“ besuchen; es gibt den Pensionisten, der viele Tage in der Rot-Kreuz-Stelle Dienst macht, und die junge Mutter, die ihre knappe freie Zeit dazu nutzt, einen Elternkreis mit behinderten Kindern aufzubauen. In Zeiten, in denen die Politik ihre sozialen Visionen weitgehend verloren hat und ihr Heil zwischen leeren „Schönworten“ und dreister Brunnenvergiftung sucht, wird es immer mehr auf die „Gutmenschen“ ankommen und darauf, dass sie gemeinsam ihre Stimme erheben.