Grace Marta Latigo setzt sich mit der Organisation Pamoja für die Anliegen von AfroeuropäerInnen in Österreich ein. Sie lebt seit 19 Jahren in Österreich, jetzt in Wien.
Was ist Pamoja? Pamoja ist entstanden, weil die Afroeuropäer/innen aus der Isolation herauskommen und miteinander reden müssen, zum Beispiel über Probleme mit Rassismus. Wir sind etwa 80 Mitglieder und zwischen 14 und 35 Jahre alt. Die erste Aktivität war die Herausgabe einer Broschüre – „Know your Rights“ (Anm: Kenne deine Rechte), um sich gesetzlich gegen Polizeiübergriffe wehren zu können.
Ist das wirklich ein Problem? Die Perlustrierungen sind im letzten Jahr in Wien immer häufiger geworden. Plötzlich sind wir an allem schuld. Laut Statistik gibt es etwa 6000 Afroeuropäer/innen in Österreich, das heißt ein Elternteil kommt aus Afrika. Und trotzdem sind wir der Schreck des ganzen Landes.
Was ist das Ziel der Organisation? Wir fordern ein Antidiskriminierungsgesetz wie in der Schweiz, ein Staatssekretariat für Integration und eine sofortige Fremdenrechtsreform. Ich würde mir auch wünschen, dass die Menschen mehr Zivilcourage zeigen und attackierte Leute verteidigen.
Grace Marta Latigo war Gast beim Jahresplenum der „Initiative Welser gegen Faschismus“.