Aus Anlass der Ehrung von Mag. Vladimir Klement (siehe rechts) bringen wir eine Geschichte, von ihm und seiner Frau Hedwig erzählt:
Das musste etwa zwei Jahre nach dem gescheiterten Prager Frühling gewesen sein. Meine Verwandten aus Westdeutschland durften mit Visum herein. Meine Cousine mit Ehemann kam auf Besuch. Und so fuhren wir zur Landwirtschaftsausstellung „Die Erde, unsere Ernäherin“ nach Budweis. Es war Vieles zu sehen. Vor allem Tiere, eine große, speziell für die Ausstellung gepflegte Gartenanlage mit vielen Gemüsearten, Kräutern und Blumen. Alles schön beschrieben und zu kaufen. Aber was uns Einheimische jedes Jahr dorthin lockte, war das üppige Obst- und Gemüseangebot, was für uns ein wahres Schlaraffenland darstellte. Die Kehrseite davon war, dass schon lange Zeit vor Beginn der Ausstellung in breiter Umgebung von Budweis kein bisschen Obst oder Gemüse in die Geschäfte kam. Als wir nach Budweis kamen, gab es bei einem Standl auch noch eine „Extra-Spezialität“ – Kartoffelchips – zu kaufen. Eine Menschenschlange bildete sich sofort; denn Chips kannte man nur vom österreichischen Fernsehen aus der Reklame. Meine Cousine und ihr Mann konnten nicht begreifen, wieso sich diese Menschen um Kartoffelchips raufen, streiten, drängen können.
Auf einmal ein plötzlicher Tumult. Der große Druck der Masse brachte das Standl samt Verkäuferin zum Einsturz. . . . Für die Verwandten aus Bayern war dieses Ereignis ein unvergessliches und unbegreifliches, aber äußerst lustiges. Aber gerade solche „lächerliche“ Ereignisse sind für uns ein Bonbon mit sehr bitterem Beigeschmack. Wie arm wir doch alle damals waren! Und wie wenig wir uns dessen bewusst waren!