Manche Pfarren haben es schon gemacht, einige sind gerade dabei, und sicherlich werden es noch viele tun: eine Pfarrbefragung durchzuführen.
„Viele Pfarren kommen zu uns und fragen, ob wir nicht einen guten Fragebogen anbieten können,“ erzählt Josef Weichselbaumer, Referent für Landpastoral der Dözese Linz. Doch einen Fragebogen, der für jede Pfarre passt, gibt es nicht: Jede Gemeinde hat ihre eigene Situation und möchte mit der Aktion einen anderen Aspekt des Pfarrlebens beleuchten.Josef Weichselbaumer kennt die häufigsten Fragen: Pfarrer und Pfarrgemeinderat möchten wissen, wie ihre Arbeit in der Pfarre „ankommt“, oder Mitglieder der Pfarre sollen zu mehr Mitarbeit aktiviert werden. Wichtig ist auch, die Zielgruppe, die erreicht werden soll, zu kennen.„Eine Befragung dient normalerweise nicht nur dazu, die Meinung zu erheben“, so Weichselbaumer, „sie sollte so angelegt sein, dass sie Bewegung in der Pfarre auslöst.“ Deshalb sei es unbedingt erforderlich, dass die Pfarrangehörigen auch das Ergebnis erfahren und was damit weiter geschieht.
Gelungene Befragung
Weichstetten hat im Mai 1998 anlässlich des 200-jährigen Pfarrjubiläums eine Pfarrbefragung durchgeführt. Mit dem Ergebnis sollte ein Leitbild für die Pfarre erstellt werden. „Wir wollten nicht nur einen Rückblick, sondern auch einen Ausblick machen“, erklärt Pfarrer Gerhard Hackl. Die Pfarrangehörigen von Weichstetten sind in drei politischen Gemeinden zu Hause. Die Pfarre ist ein besonderer Identifikationspunkt. Mit 87 Prozent war die Beteiligung sehr hoch. Die Fragen wurde vorher von einem unabhängigen Institut geprüft, dieses hat auch die Auswertung übernommen. Das wichtigste Ergebnis war der Wunsch nach verstärkter Jugendarbeit in der Pfarre, die es nun auch gibt.Die Mitarbeiter/innen der Pfarre Tragwein sind gerade mit der Formulierung der Fragen beschäftigt und damit am schwierigsten Teil der Befragung angelangt. „Wir wollten wissen, ob die Leute annehmen, was wir machen, oder ob ihnen etwas fehlt“,so Pfarrer Peter Hainzl. Anlass für die Befragung ist eine für nächstes Jahr geplante Pfarrmission. Dafür sollen die Anliegen der Bevölkerung erforscht werden. Mit der Befragung sollen Leute zu Wort kommen, die kein so großes Naheverhältnis zur Kirche haben.
Kommunikation fördern
„Für mich drückt die Pfarrberatung auch ein pastorales Verständnis aus“, meint Josef Weichselbaumer. „Es ist nicht so, dass wir ‘von oben’ wissen, was für ‘die unten’ gut ist. Es geht darum, die Kommunikation der Pfarrbevölkerung untereinander zu stärken.“ Die Abteilung Pfarrgemeinde und Spiritualität der Diözese bietet Unterlagen zur Durchführung von Pfarrbefragungen um 290,– S im Behelfsdienst im Pastoralamt, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, an.