In der Linzer Partnerdiözese Mostar (Bosnien-Herzegowina) wurde letzte Woche die Tagesheimstätte „Nazaret“ für geistig behinderte Menschen feierlich übergeben. Das Haus beherbergt auch das Wohnprojekt „Miriam“ für Frauen in Not. Erbaut wurden „Nazaret“ und „Miriam“ mit Spenden aus Österreich.
Rund 5,25 Millionen Schilling brachten das Evangelische Diakoniewerk Gallneukirchen, die Caritas der Diözese Linz, die Kath. Frauenbewegung (KFB) Österreichs und die Zeitschrift „Welt der Frau“ für die beiden Sozialprojekte „Nazaret“ und „Miriam“ in Mostar auf.
Voller Vorfreude und mit viel Liebe hatten Caritas-Mitarbeiter/ innen und die 20 betreuten behinderten Jugendlichen der Tagesheimstätte „Nazaret“ den Tag der Eröffnung vorbereitet. Schon im April war sie vorgesehen gewesen, doch der Kosovokrieg verhinderte damals die Anwesenheit von Gästen aus Österreich. Man verschob die Eröffnung bis zur Fertigstellung der Übergangswohnungen für Frauen in Not (Projekt „Miriam“) im 1. Stock des neuen Hauses. Am 30. November 1999 war es dann soweit. Eine 20-köpfige Delegation mit Diözesanbischof Aichern und dem evangelischen Superintendenten Eichmeyer an der Spitze war angesagt. Doch die Fernsehteams warteten vergeblich auf die prominenten Gäste. Die Gruppe – darunter KFB- und Kath. Aktion-„Chefin“ Margit Hauft, „Welt der Frau-Chefredakteurin Christine Haiden, Caritasdirektor Josef Mayr und Diakoniewerk-Rektor Gerhard Gäbler – wurde in letzter Minute Opfer des schlechten Wetters sowie mangelnder Koordination der Fluggesellschaften. Ein spontanes Grußtelegramm der verhinderten Reisegruppe betonte besonders die ökumenische Komponente des Behindertenprojekts „Nazaret“.
Traurigkeit über die widrigen Umstände, aber Freude über die Fertigstellung der Sozialprojekte und Dankbarkeit für die Hilfe aus Österreich prägte die Eröffnungsfeier, die trotz Abwesenheit der Delegation stattfand.
Nicht nur für die Linzer Partnerdiözese Mostar, sondern für ganz Bosnien-Herzegowina haben die Projekte „Nazaret“ und „Miriam“ Vorbildwirkung. Denn sowohl geistig behinderte Menschen als auch Frauen in psychischer oder physischer Not, werden dort nach dem Krieg oft vergessen. Die Caritas Mostar kümmert sich um diese Menschen. Der Betrieb ist auf Jahre durch finanzielle Hilfe aus Österreich gesichert.
In seinem Grußwort wünschte Bischof Aichern allen in „Nazaret“ und „Miriam“ Betreuten und Betreuenden Gottes Segen. Superintendent Eichmeyer verwies darauf, dass Nazaret möglicherweise nach einem „Zweig“ (hebräisch „Nezer“) benannt ist. So soll auch die Tagesheimstätte in Mostar ein frischer, guter Zweig sein, der viele Früchte trägt.