Dr. Severin Renoldner ist Referent der Abteilung Gerechtigkeit – Friede – Schöpfung im Pastoralamt der Diözese Linz.
Sie haben nun in einer neuen Schriftenreihe zwei Bücher vorgestellt – das eine über Franz Jägerstätter, das andere trägt den Titel „Europa – unser Staat?“, dessen Autor sie selbst sind. Warum dieses Thema? Weil es fast kein großes Rechtsfeld gibt, das nicht europäisch betroffen ist. Man muss sich klar werden, dass man immer mehr auch Europäer ist. Man kann mit Recht viel gegen Brüssel sagen. Aber es muss klar sein, wenn man etwa Dezentralisation will, dann muss man sie auf EU-Ebene erkämpfen. Denn wir finden uns schon auf der europäischen Ebene, im großen Topf. Es muss ein demokratisches Bewusstsein und Selbstbewusstsein entwickelt werden. Ich stell da ein völliges Demokratie-Defizit fest.
Sind Sie pro Europa oder Europa skeptisch? Darum geht es nicht im Buch. Aber ich bin das eine und das andere, fasziniert von der Europa-Idee (wobei ich das ganze Europa meine), aber gegen das Kartell der Reichen. Wichtig aber ist, dass wir europäisch denken, wenn wir etwas gestalten, verändern wollen. Gerade auch die EU-Gegner müssen sich geistig europäisieren.
„Europa – unser Staat?“, Hg. Hans Übleis, Verlag Wagner, Vorzugspreis S 100,–; zu bestellen: Abt. Gerechtigkeit–Friede– Schöpfung, Kapuzinerstr. 84, 4020 Linz.