Nicht selten spielt es sich etwa so ab: Das erste Kind kommt und Mama strahlt. Alles dreht sich nur noch um die beiden. Sie sind wie eine Welt für sich. In der katholischen Kirche kennen wir dieses Madonnen-Szenario zur Genüge. Der hl. Josef saß auch immer nur abseits. Der Vater steht zwar manchmal im Weg herum, aber Bedeutung hat er keine mehr. Es ist eine Inszenierung von Mutter und Kind, in der für ihn keine eigene Rolle vorgesehen ist, außer vielleicht der des Nährvaters. Er lässt sich hinausdrängen – manchmal sogar monatelang aus dem Ehebett. Er kann nichts recht machen und letztlich wird ihm auch nichts zugetraut. Irgendwann geben sie dann auf, diese Väter. Da braucht es für einen Mann schon sehr viel Kraft, Überzeugung und Durchblick, um sich wieder ins Spiel zu bringen, fast ein Stück Aufdringlichkeit, um zu sagen: Ich bin auch noch da und das ist auch mein Kind! Nicht wenige resignieren, konzentrieren sich wieder voll auf Beruf und Hobby oder verbringen die Nächte am Computer. Später kriegen sie dann meist vorgeworfen, dass sie sich nie um die Kinder kümmern würden. Männer müssen im öffentlichen Bereich Macht abgeben – das steht an. Wenn allerdings Männer ihre Verantwortung in der Familie stärker wahrnehmen, werden Mütter dort ebenso Macht abgeben müssen. Den Kindern tut es gut und die Mütter würde es entlasten. Macht, das gilt für beide, ist nicht nur schön, sondern auch schwer.