ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog.
Rom war für Marlies Prinz schon seit ihrer Schulzeit eine Sehnsuchtsstadt: „Ich habe deswegen im Gymnasium Italienisch als Wahlpflichtfach gewählt. Und die Klassenfahrt im Maturajahr nach Rom hat auch zu meiner Entscheidung beigetragen, Theologie zu studieren.“
Im Studienjahr 2025/2026 konnte sie sich ihren Wunsch erfüllen: Sie hat ein Jahr in Rom gelebt und an der Päpstlichen Universität Gregoriana Theologie studiert. Die Gregoriana war einst Kaderschmiede für die allermeisten künftigen Theologieprofessoren und Bischöfe rund um den ganzen Erdkreis und sie ist nach wie vor die berühmteste päpstliche Universität weltweit.
Marlies Prinz hat die ersten fünf Semester in Innsbruck Theologie absolviert, ging dann über das europäische Erasmus-Programm für ein Semester nach Münster und setzte das Studium im siebten und achten Semester in Rom fort – an jener Universität, deren Fassade sie in Bann gezogen hatte, wann immer sie mit der Familie oder den Ennser Ministrant:innen in Rom war.
Jetzt durfte sie eintreten – was organisatorisch kein Problem war. Die Gregoriana hat ein Programm für Gaststudent:innen. Da unter den knapp 3.000 Student:innen die allermeisten Italienisch nicht als Muttersprache haben, falle man mit einem nicht so guten Italienisch nicht besonders auf, ist die Erfahrung von Marlies Prinz.
Wenn sie auf die vergangenen beiden Semester in Rom zurückblickt, meint sie, dass sie theologisch an der Fakultät in Münster mehr profitiert, aber Rom in unvergleichlicher Weise ihren Horizont auf die Weltkirche hin erweitert hat.
Als Beispiel führt sie das Seminar zur Theologie der Religionen an. „Bei uns kommt dabei der Islam zur Sprache. Aber an der Gregoriana sitzen auch Studenten aus Indien oder anderen Ländern Asiens im Hörsaal und bringen ihre Erfahrungen mit dem Hinduismus und Buddhismus ein. Da hörst du Dinge, an die du nie gedacht hättest.“
Natürlich bewegt man sich an der Gregoriana in einem Meer von schwarz gekleideten Männern, die Kollar tragen. Aber Marlies Prinz hatte nie das Gefühl, als Frau nicht willkommen zu sein. Im Gegenteil. In Uni-Fragen herrschte eine große Hilfsbereitschaft und sie war auch von dem ehrlichen Interesse der Mitstudenten beeindruckt: „Vielen war völlig neu, dass man als Frau Theologie studiert, um dann auch einmal in der Pastoral arbeiten zu können. Dieses Berufsbild hatten sie bislang ausschließlich mit Ordensfrauen verbunden.“
Im Blick auf Fragen der Kirchenreform wie die Forderung nach der Priesterweihe von Frauen hat sich für Marlies Prinz gezeigt, dass man zwar zu der einen weltumspannenden katholischen Kirche gehören kann, aber die Erfahrungen je nach Region und Ländern völlig unterschiedlich sind: „Ein Student hat mir gesagt, dass er noch nie gehört hat, dass Frauen Priesterinnen werden wollen. Das war ihm völlig neu. Er war nicht ablehnend, einfach nur völlig erstaunt.“
Interessant waren für sie auch die Vorlesungen in Bibelwissenschaft. Im Unterschied zum deutschen Sprachraum waren diese an der Gregoriana mehr spirituell ausgerichtet: „Ich habe hier erkannt, wie unterschiedlich und anders man Bibelwissenschaft betreiben kann.“
Aber das Leben von Marlies Prinz spielte sich nicht nur an der Uni ab: „Ein Jahr in dieser großartigen Stadt – das war schon mehr als beeindruckend“, schwärmt sie. Sie erzählt über ihr Rom-Jahr im Pfarrhof von Enns-Lorch – genauer in dessen Hof, der einem römischen Haus nachempfunden ist.
„Wir hier im geschichtsträchtigen Enns sind stolz auf römische Putzreste. Aber das relativiert sich, wenn man in Rom oder Pompeji oder Ostia unterwegs ist“, meint sie lachend. Sie ist von der Geschichte Roms durch und durch fasziniert, aber zur Stadt gehört auch das Essen und das Eis: „Man findet so viele Eisdielen, bei einer gab es 150 Sorten. Und dazu noch billiger als in Österreich. Das ist genial.“
Gewohnt hat sie in einer Wohngemeinschaft, die vom Institut Santa Maria dell’ Anima verwaltet wird. Die „Anima“ ist ein Kolleg für deutschsprachige Priester, die in Rom ein Spezialstudium absolvieren, und zugleich Zentrum der Seelsorge für deutschsprachige Gläubige. Marlies Prinz hat die Anima als ansprechendes geistliches Zentrum erlebt. Sie hat dort beinahe täglich den Gottesdienst besucht, war als Ministrantin aktiv und hat eine Schola mitbegründet.
Sie ist sich bewusst, dass Rom durch seine vielen theologischen Universitäten und den Vatikan eine „Priesterbubble“ und eine kirchliche Ausnahmesituation ist, die man mit keiner anderen Diözese vergleichen kann. Das tut ihrer Begeisterung für die „Ewige Stadt“ keinen Abbruch, sie möchte es aber im Hinterkopf behalten.
Im Herbst kehrt sie jedenfalls wieder nach Innsbruck zurück und wird dort ihr Studium abschließen.

ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog.
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