Vergangene Woche veröffentlichte der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich eine gemeinsame Erklärung zum menschenwürdigen Sterben. Darin fordern die Kirchen eine „neue Kultur der Solidarität“ mit Schwerkranken und Sterbenden. Das Anliegen der Kirchen, das man in den kommenden Wochen auch mit Vertretern der politischen Parteien erörtern wolle, gehe über das Beibehalten des Euthanasie-Verbotes in Österreich hinaus, betonte die Vorsitzende des Kirchenrates, Christine Gleixner. Es gehe einerseits darum, das Bewusstsein für die unteilbare Würde jedes Menschen in allen Lebensphasen zu schärfen, andererseits aber auch um den entsprechenden menschlichen und medizinischen Beistand in der oft schwierigen Phase des Sterbens. Die Kirchen verwehren sich gegen die Überstrapazierung der „Selbstbestimmung“. Diese angebliche Autonomie, selbst über die Herbeiführung des Todes zu entscheiden, setze Sterbende oft unter unmenschlichen Druck und werde de facto oft von Angehörigen und Behandelnden wahrgenommen, verwies der Theologe Günter Virt auf die Praxis in den Niederlanden. Sr. Hildegard Teuschl von der Hospizbewegung forderte, dass der psychische und medizinische Beistand für Sterbende endlich auch entsprechend von der Öffentlichkeit mitfinanziert werden müsse.