Nachbarschaftshilfe, von Vereinen organisiert, ist wie Rettungsringe, Hilfsbedürftigen zugeworfen.
Fast flächendeckend sind im Bezirk Freistadt Vereine tätig, die sich um hilfsbedürftige Menschen annehmen, wenn diese eine Betreuung zu Hause brauchen. Schon 1993 wurde der Sozial-Medizinische Betreuungsring (SMB) für die Gemeinden Kefermarkt, Lasberg, Neumarkt und St. Oswald gegründet. Gutau, Hirschbach und Waldburg traten fünf Jahre später bei. Ähnliche bzw. gleiche Einrichtungen gibt es auch in den Gemeinden Freistadt, Grünbach, Sandl und Windhaag sowie in den Gerichtsbezirken Pregarten und Unterweißenbach. Damit ist ein dichtes Hilfsnetz geknüpft, das durch die Dienste landesweiter Einrichtungen wie die mobile Altenhilfe von Volkshilfe, Caritas und Rotem Kreuz die Caritas-Familienhilfe, oder die Hauskrankenpflege des Roten Kreuzes sehr gut ergänzt wird.
Leopold Stütz, Obmann des SMB Gutau-Hirschbach-Kefermarkt-Lasberg-Neumarkt-St. Oswald-Waldburg, wird bei der Generalversammlung am 26. Jänner einen dynamischen Verein präsentieren können. 1999 wurden 9.000 Einsatzstunden geleistet. Diese gute Entwicklung hat viel auch damit zu tun, dass die Ärzte des Bezirkes und alle Gemeinden hinter dem Verein stehen. Mit Leopold Stütz hat der Verein zudem jemanden an der Spitze, dem eine soziale Gesellschaft ein Anliegen ist. Er, Gemeindebediensteter in Lasberg (Standes-Beamter), war lange Jahre ehrenamtlich beim Roten Kreuz beschäftigt. Er war in vielen Vereinen tätig und hat ein „Organisationstalent“. Es kommt seit 1993 dem SMB zu Gute.
So gibt es nicht nur Essen auf Rädern und Nachbarschaftshilfe. Der Verein hat auch ein umfangreiches Depot für Heilbehelfe eingerichtet, aus dem eine Erst-Versorgung etwa mit Gehhilfen, Krankenbetten, Beistelltischen, Badewannen- und Dusch-Sitzen, Einlagen etc. möglich ist.
Große Engagement-Palette
Nun ist auch die Hospiz-Bewegung im Raum Freistadt im Aufbau. Der Sozialmedizinische Betreuungsring beteiligt sich daran. Für die Mitarbeiterinnen des SMB gibt es jährlich ein zweitägiges Weiterbildungsseminar. Sehr gut besucht sind Laienpflege-Kurse für betreuende Angehörige. Eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige ist ebenfalls im Aufbau. Und ein Raucher-Entwöhnungskurs wird überlegt. –
Ein großes Tätigkeitsfeld also, es mangelt nicht an Aufgaben. Wo eine Gemeinschaft mit überschaubarer Struktur die Selbsthilfe unterstützt, wächst viel Gutes, wenn es durch überregionale Einrichtungen ergänzt wird.
Betreuungsring
Für die sieben Gemeinden Gutau, Hirschbach, Kefermarkt, Lasberg, Neumarkt, St. Oswald und Waldburg mit etwa 16.000 Einwohnern wurde ein Verein „Sozial-Medizinischer Betreuungsring“ (SMB) gegründet, seine Wurzeln reichen ins Jahr 1993.
Ungefähr 1.200 Einzelmitglieder gehören dem Verein derzeit an. Die Einzelmitgliedschaft kostet jährlich S 150,–; eine Familienmitgliedschaft S 250,–.
SMBs entstehen an vielen Orten. Sie haben einen Dachverband, er ist in der Ärztekammer angesiedelt. Grundsätzlich stehen die Angebote eines SMB für alle Bewohner offen. Dazu gehören „Essen auf Räder“, Heimpflege, Kinderbetreuung bei Erkrankung der Eltern, Nachbarschaftshilfe, Einkaufs- und Haushaltshilfe.
60 MitarbeiterInnen leisten im hier vorgestellten SMB Dienste. Etwa die Hälfte von ihnen hat einen Laienpflegekurs, der zur Betreuung rund ums Bett befähigt. Die andere Hälfte hat einschlägige Ausbildungen, etwa als diplomierte KrankenpflegerInnen oder Altenfachbetreuerinnen.Der SMB hat 1999 etwa 14.000 Mittagsmenüs von „Essen auf Rädern“ ausgeliefert, drei Autos sind dazu im Einsatz. Die Kostenersätze pro Menü sind zwischen S 55,– und S 70,– sozial gestaffelt. Eine Betreuungsstunde kostet S 90,–; Mitglieder zahlen hier zehn Prozent weniger.