Eine Reise zurück in die 30er Jahre mit dem „Cinematograph“ in Linz
Ausgabe: 2000/06, Cinematograph
08.02.2000
- Elisabeth Leitner
Seit dem 17. Jahrhundert existiert das „Baderhaus“. Früher ein „Siechenhaus“ des Stiftes Wilhering gehört es nach seiner Renovierung zu den österreichischen Raritäten in der Kinolandschaft: hier werden Ton- und Stummfilme gezeigt.
Vor sechs Jahren hat Mag. Georg Kügler den Sprung gewagt und seine zunächst nebenberufliche Laufbahn als „Kinobesitzer und Kaffeehausbetreiber“ begonnen. Seit eineinhalb Jahren hat sich der Kunsthistoriker, Antiquitätenhändler, Kanzleileiter und Schaffner der Aachensee-Bahn ganz dem Kinodasein verschrieben.Warum ihn alte Filme begeistern? „Historische Filme haben eine wunderschöne Bildsprache, insbesondere die Stummfilme. Die Schauspieler sind wirklich Schauspieler: sie geben nicht nur vor eine Rolle zu spielen, sondern sie verkörpern sie“, erklärt der „fanatische Nostalgiker“. Georg Kügler legt Wert darauf, die Zeitumstände, in denen die Filme entstanden sind, zu beschreiben: „Wenn sich z. B. ein Arbeitsloser in dem Film ‘Kuhle Wampe’ von 1932 umbringt, versteht man das heute vielleicht nicht mehr so. Aber damals gab es überhaupt kein soziales Netz, die Härte am Arbeitsmarkt ist mit heute nicht vergleichbar.“ Kino wie damals ist auch heute aktuell. Der Cinematograph bietet ein Kinoerlebnis der anderen Art. Prädikat: Empfehlenswert. “Cinematograph“, Obere Donaulände51, 4020 Linz. Tel. 0732/ 78 56 03.Preise: S 100,– Erwachsene, S 80,– Kinder (Pippi Langstrumpf, 11./12. 2).