Mehr als jede fünfte Ehe bleibt ungewollt kinderlos. Trotz dieser Zahl ist Kinderlosigkeit kaum ein öffentliches Thema und wenn, dann eine reine Sache der Medizin. Betroffene Paare leiden oft Dramen, von denen die anderen keine Ahnung haben – und das über viele Jahre. Die medizinischen Möglichkeiten sind auch nicht gerade lustig und was nützt es, wenn das Kind dann endlich da ist, Beziehung und Erotik aber kaputt sind? Bei manchen Methoden wie Fremdbesamung ist das Ende der Beziehung so gut wie programmiert, nur spricht darüber niemand und am wenigsten die betroffenen Ehemänner, die diese Demütigung über sich ergehen lassen. Aus der Sicht der Medizin allein ist aber alles machbar. Es gibt kein Recht auf Kinder, so hart das klingen mag. Paare mit unbedingtem Kinderwunsch sollten sich zuerst überlegen, wie weit sie gehen und was sie alles riskieren wollen. Schließlich gibt es auch ein Eheleben ohne Kinder! Kinderlose Paare sollen sich einmal die Vorteile in Erinnerung rufen (Zeit, Geld, Freiheiten, Reisen, berufliche Möglichkeiten usw.) und sie dürfen diese auch nützen. Schließlich bleibt ihnen nicht nur einiges verwehrt, sondern auch einiges erspart. Dafür können sie um so intensiver Tante, Onkel oder Paten sein und viel miteinander unternehmen. Eine Frau ist eine Frau, auch wenn sie keine Mutter ist, und der Mann kann immer noch den Baum pflanzen oder das Buch schreiben. Alles zusammen schafft sowieso keiner. Es gibt auch geistige Mutter- oder Vaterschaft.