In einem Gespräch mit den Redakteuren/innen der österreichischen Kirchenzeitungen kündigte Innenminister Ernst Strasser an, dass er den Zivildienst bis zum nächsten Jahr auf „neue, gesunde Beine“ stellen wolle. Die drastischen Einsparungsmaßnahmen in diesem Jahr sieht Strasser als ein „Rettungsprogramm“, weil der Zivildienst personell, organisatorisch und finanziell am Ende gewesen sei. Kurz nach seiner Amtsübernahme habe er feststellen müssen, so Strasser, dass im Oktober 1999 – wohl nicht zufällig in der Nähe der Nationalratswahl – so viele Zivildiener zugeteilt wurden, dass damit das geplante Budget für das Jahr 2000 bereits ausgeschöpft war. Nach Gesprächen mit den Rettungsorganisationen, der Caritas und anderen Trägervereinen habe er sich bemüht, dass im Juni und Oktober wenigstens ein Teil der eingeplanten Zivildiener zugeteilt werden könne. Eine plausible Antwort für die Kürzung des Essenszuschusses von 155 auf 43 Schilling blieb Strasser schuldig.
Strasser betonte, dass es im Bereich des Zivildienstes viele Unzulänglichkeiten und eine übermäßige Bürokratie gebe. Er strebe eine schlanke Struktur an, eine klare Priorität von Non-Profit-Organisationen vor öffentlichen Einrichtungen sowie eine bessere Planbarkeit durch mehrjährige Verträge mit den Trägervereinen. Außerdem sei es sein Ziel, die lange Warteliste von 17.000 Zivildiener kontinuierlich abzubauen.