42 Prozent der Österreicher/innen halten sich selbst für „sehr rassistisch“ (Eurobarometer ´99). Der gewöhnliche Alltagsrassismus passiert aber oft unbemerkt.
Naschkatzen verbinden mit „Negerküssen“, einem „Negerbrot“ oder gar mit einem flaumig-zarten „Mohr im Hemd“ angenehme Erinnerungen. Schon der Gedanke daran bewirkt, dass man einige Kilos zulegt. Und doch ... sind diese Namen Zeugen einer Zeit, in der Afrikaner/innen in der westlichen Welt oft als Menschen zweiter Klasse betrachtet wurden. Klischees haben sich z. B. in Süßspeisen bis heute gehalten. Ein Beispiel: der „Mohr im Hemd“. Der Begriff „Mohr“ leitet sich ab vom Mittelhochdeutschen „mor“, das wiederum aus dem Lateinischen „Maurus“ (Bewohner Mauretaniens) entlehnt ist. Der „Mohrenkopf“ ist im 19. Jahrhundert anzusiedeln.Was hat es nun mit diesen Begriffen auf sich? Der Alltagsrassismus, wie er sich in banalen Gebrauchsgegenständen, Redensarten und Klischeevorstellungen über Afrika zeigt, ist auch heute noch aktuell. „Das weiße Bild vom schwarzen Mann – Rassismus am Beispiel von Afrika“ ist Titel einer Ausstellung, die im Museum Arbeitswelt Steyr ab 30. Mai zu sehen ist. Die besonders für Schüler/innen und Jugendliche konzipierte Gastausstellung aus Berlin ist in Zusammenarbeit mit dem Integrationsprojekt Paraplü entstanden. Interessierte sind eingeladen, eigene (unbewusste) Vorurteile zu überprüfen und sich zum Nachdenken anregen zu lassen.
Begleitprogramm: Filme, Tanz-/Kultur- Workshops, Diskussionen, Lesungen, „Hip Hop Jam“ gegen Rassismus. Information: Tel. 07252/773 51-14. E-Mail: paed@museum-steyr.at