Ausgabe: 2000/23, Eine Tragödie, Flüchtlingslager, Syriens Abzug?
06.06.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Eine Tragödie
Haifa. Der maronitische Erzbischof, Paul Nabil Sayah, hat zur Hilfe für die nach Israel geflohenen Libanesen aufgerufen: „Dies ist eine Tragödie, mit der wir jetzt fertig werden müssen.“ Ob und wie die über 6000 Flüchtlinge in Israel integriert werden könnten, sei offen. Im Moment gehe es darum, die Libanesen als Gemeinschaft zusammenzuhalten, so der Erzbischof.
Flüchtlingslager
Jerusalem. Für die mehrheitlich christlichen Flüchtlinge aus dem Südlibanon ist ein provisorisches Flüchtlingslager am See Genezareth errichtet worden. Das israelische Innenministerium hat angekündigt, dass Flüchtlinge die israelische Staatsbürgerschaft im Schnellverfahren erwerben können. Zunächst sollen sie einjährige Touristenvisa und Arbeitsgenehmigungen erhalten. In Berlin wurde indes bekannt, dass auf Bitten Israels 400 Personen in Deutschland Aufnahme finden sollen. Die Kosten für die in der nächsten Woche erwarteten 40 Familien trägt für ein Jahr Israel.
Syriens Abzug?
Washington. Die Diskussion über die Rolle Syriens im Libanon und seiner mehr als 30.000 dort stationierten Soldaten versucht die Regierung in Beirut zu unterdrücken. Das schreibt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in ihrem jüngsten Bericht. Erst im April sind Dutzende Demonstranten zum Teil schwer verletzt worden. Mehrere wurden von einem Militärgericht zu mehrwöchigen Haftstrafen verurteilt.