„Samareiner“ haben die Nöstlbacher Barackenkirche total erneuert
Ausgabe: 2000/23
06.06.2000
- Claudia Sendner
St. Marien. Nicht alle, die vor der Holzbaracke in Nöstlbach standen, erkannten auf den ersten Blick, worum es sich handelt. Die Vermutungen reichten von „Lagerhalle“ bis zu „Umkleidekabinen“ des benachbarten Sportplatzes. Doch genaueres Hinsehen schafft Klarheit: Der Glockenturm und das Holzkreuz über dem Eingang weisen das Gebäude eindeutig als Kirche aus. Jeden Samstag versammeln sich hier bis zu 50 Gläubige zur Feier der Vorabendmesse – und das seit 1963. Als der Holzbau damals nach Nöstlbach kam, hatte er bereits eine längere Geschichte hinter sich. Die Barackenkirche stand ursprünglich im Flüchtlingslager Wegscheid und diente an-schließend ab 1946 bis zur Fertigstellung der Pfarrkirche in St. Martin bei Traun als Notkirche. In den Jahren nach dem Krieg gab es in mehreren Orten solche Kirchenbaracken. Soweit in Erfahrung gebracht werden konnte, ist jedoch keine andere bis heute erhalten geblieben. Die Witterung hat dem Holz in den Jahren schon einigermaßen zugesetzt, sodass ein neuer Außenanstrich notwendig wurde. Auch der Altarraum soll neu gestaltet werden. Bald wird ein modernes Altargemälde die Gottesdienstbesucher zur Meditation anregen. Der Abschluss der Renovierungsarbeiten wird am Pfingstsamstag, 10. Juni, um 18.00 Uhr mit einem Festgottesdienst und anschließendem Grillfest gefeiert.