„Wir halten es fast nicht mehr aus, mit ungelösten Problemen zu leben“, kritisierte Caritas-Präsident Franz Küberl im Mai vor Kirchenzeitungs-Journalisten einen Trend in der heutigen Zeit. Alles müsse so schnell wie nur möglich einer Lösung zugeführt werden. Wenig Verständnis wäre für die Tatsache da, „dass wir in einer gebrochenen Welt leben und dass wir deshalb auch mit ungelösten Fragen leben müssen“. Ein höheres Maß an Geduld wäre angebracht.
Für einen sanften Umgang mit Fehlern plädierte der bekannte Berliner Theologe und Analytiker Günter Funke bei einer Vortragsreise in Oberösterreich. Fehler sind erlaubt, sie gehören zum Menschsein dazu. Die Kultur des Fehlermachens brauche auch eine Kultur des Verzeihens, die den Menschen in seiner ganzen Menschlichkeit herausfordert, betont Funke. Das Pfingstereignis hat Menschen zusammengeführt, unabhängig von Herkunft und Bildung und wohl auch trotz ihrer Fehler.
Fehlermachen in unserer perfekten Leistungsgesellschaft sogar als Kultur zu bezeichnen, das klingt ziemlich provokant und herausfordernd.
Zum Thema „Kultur des Fehlermachens – wie gehen wir mit Fehlern um?” sprach der Berliner Theologe und Systemanalytiker Günter Funke bei einer Veranstaltung von Kath. Bildungswerk und Kath. Familienverband in Linz. Überall, wo Menschen sind, passieren Fehler: in Schule, Familie, Beruf, leider auch in gefährlichen Situationen. Funke: „Fehler sind erlaubt, sie gehören zum Menschsein dazu!“ Leider werden diese oft überbewertet, anstatt auch das Positive hervorzustreichen. „Nur gnadenlose Menschen dulden Fehler weder bei sich noch bei anderen“, ging der Referent ins Gericht. Das Elend begann, als wir begannen, perfekt sein zu wollen wie Gott. Nur, wo Fehler gemacht werden dürfen, kann angstfrei etwas Neues entstehen. Aus Fehlern zu lernen bedingt, dass man das Gespür für „das Fehlende” im wörtlichen Sinn entwickelt. Paradox ist, dass gerade dann, wenn keine Fehler gemacht werden dürfen, viele passieren.
Angst ist ganz schlecht
An die Stelle der Kultur des Fehlermachens ist die Angst vor dem Versagen getreten, gepaart mit Verkrampfung, Hilflosigkeit und Verweigerung. Angst ist aber der schlechteste Begleiter zum Fehlervermeiden bzw. zum Lernen aus Fehlern. Man neigt dazu, aus Angst, Wut und Scham Fehler zu vertuschen. Es werden emotionale Barrieren aufgebaut und ein negatives Selbstkonzept entwickelt. Durch Konsequenzen, und nicht durch Strafen, lernt man aus Fehlern. Funke ermutigte zu anderen möglichen sinnvollen und provokativen Zugängen zum Fehlerhaften, wobei man sich von manch pädagogischen Ladenhütern trennen müsse. Am Beispiel Schule sieht das so aus: Ein rot markierter Fehler ist negativ besetzt, daher könnte ein Fehler-gespicktes Diktat, in dem das Kind selber markieren darf, lernmäßig mehr bringen als umgekehrt. In der Angstfreiheit lernen Kinder – und auch Erwachsene – am besten aus Fehlern. Die Kultur des Fehlermachens braucht aber die Kultur des Verzeihens. Funke: „Das Verzeihen, nicht das Vergessen, fordert uns in unserer ganzen Humanität heraus und ermöglicht uns, zu einer neuen Qualität unserer Beziehungen zu gelangen.“ Liebe ist zu sagen, was fehlt. Der schönste Akt des Verzeihens ist der Humor, wofür man „andere Gedanken trainieren” muss. Zur Kultur des Fehlermachens gehört eine tiefe Versöhnung mit unserer Begrenztheit und Versöhnung mit unseren Fehlern.
Mag. Monika Heilmann, Kinder- und Jugendpastoral der Diözese Linz, Leiterin des Arbeitskreises Firmung
Wegbegleiter/in der Firmlinge
Wer kann Pate/Patin werden?
Nach dem Kirchenrecht alle Christ/innen, die ein Leben nach christlichen Grundsätzen führen, Menschen, die Mitglieder der katholischen Kirche, getauft und gefirmt sind und das 16. Lebensjahr vollendet haben. Es soll nicht verschwiegen werden, dass in der Praxis manchmal Spannungen auftreten, die zu Konflikten in Pfarren führen.
Ist ein/e Pate/ Patin nötig?
Nicht zwingend. Wenn möglich, soll dem Firmling aber ein/e Pate/in beistehen. Es wird empfohlen, dass Taufpate/in und Firmpate/in ein und dieselbe Person sind.
Wie sehen Sie die Aufgabe des Firmpaten, der -patin?
Die Jugendlichen suchen den Paten/die Patin meist selber aus. Dadurch ist zumeist schon die Vertrauensbasis da, um ihnen in Lebensfragen beistehen zu können und Ansprechpartner/in zu sein. Ich erlebe es als Patin, dass es bei auftauchenden Problemen in der Familie gut ist, dass ich nicht die Elternrolle habe. Der religiöse Aspekt des Paten/innenamtes ist es, den Firmling auf dem Glaubensweg und in die Kirche hinein zu begleiten und ihm Vorbild zu sein.
Wie sehen Sie das Schenken?
Wenn es nur um die Größe des Geschenkes geht bei der Firmung, ist es sicher der falsche Weg. Das Motto sollte heißen: Mit Maß und Ziel.