Ausgabe: 2000/24, Hörmandinger, Kinder in guten Händen
13.06.2000
- Maria Haunschmidt
Julian hat die Erlaubnis bekommen, auf den Dachboden zu gehen und sich aus einem dort abgestellten alten Koffer Spielzeug zu holen. Der Bub ist neugierig, fühlt sich jedoch ein bisschen unbehaglich. Plötzlich sieht er den Koffer, und die Neugier ist größer als die Angst. Er nimmt den Koffer und öffnet ihn. Wunderbar! So viele Spielsachen sind darin eingepackt. „Willkommen, Julian”, sagt Bär Petzi. Dem Bär fehlt ein Ohr und außerdem hat er schon die Hälfte seiner Haare verloren. Eine Kasperlfigur ruft: „Ich bin der Kasperl und mache lustige Streiche.“ „Ich bin der Zug, tschuff-tschuff, ich fahre durch Tunnels und halte an Bahnhöfen!“ klingt es aus der anderen Ecke des Koffers. Plötzlich macht sich der Metallbaukasten bemerkbar. „Mit meinen Schrauben und Nieten kannst du einen Kran bauen”, sagt er. Julian erblickt ein altes Segelboot. Das Flugzeug bietet Julian an, für ihn ganz hoch zu fliegen. Julian kann sich nicht entscheiden, welches Spielzeug er aussuchen soll. Er fragt: „Petzi, du hast mich so freundlich begrüßt. Nun sag mir, was du mir bieten kannst?” Der Bär Petzi antwortet ganz traurig: „Siehst du, ich bin alt und übel zugerichtet, ich kann nichts weiter, als dir Gesellschaft leisten.” Da entscheidet sich Julian für den Bären.
Rosemarie Hörmandinger, Aurolzmünster
Diese Geschichte entnahmen wir dem Buch „Kinder in guten Händen”, das Innviertler Tagesmütter über ihre Erfahrungen mit dem Leben mit Kindern schrieben. Es kostet S 240,– plus Porto und ist erhältlich beim Verein Tagesmütter Innviertel, Tel. 07752/869 07.