Grundsätzlich geht es darum, dass Jugendliche ihre Sache, d. h. ihren Job, erledigen. Ihr erster Beitrag ist das Bewältigen von Schule und anderen persönlichen Zuständigkeiten (Üben eines Instrumentes, Teilnahme an einem selbst gewählten Verein, Versorgung eines Haustieres etc.). Will man Jugendlichen einerseits Autonomie bzw. Verantwortung übertragen, ist das andererseits gar nicht so einfach auszuhalten, denn als Eltern wüsste man oft, was gut ist, und dieses wohlmeinende Wissen wirkt sich auf eine positive Verantwortungs-übernahme nicht gerade vorteilhaft aus.
Aber wie ist es nun tatsächlich mit der Mithilfe: - Mithilfe im Haus(halt) war auch früher nicht beliebt, man hatte nur keine andere Wahl. Heute braucht es Vereinbarungen und entsprechende Motivation. - Jugendlichen Verantwortung übertragen heißt, sie bei der Zuteilung von Tätigkeiten miteinzubeziehen, dazu gehört auch, „Anspruchsvolleres” wie Geschirrspüler ausräumen, Mistkübel ausleeren etc. einzuplanen. - Gewisse Tätigkeiten und eine gewisse Ordnung im gemeinsamen Wohnbereich dürfen Sie einfordern, denn nicht jedes jugendliche Chaos müssen Sie sich gefallen lassen. Übrigens: 70 % aller 10-bis 18-Jährigen Burschen, 48 % aller Mädchen helfen unter der Woche im Haushalt nicht mit. Wahrscheinlich sind Ihre Kinder in guter Gesellschaft. Ein kleiner Trost: Der überwiegende Teil der Heranwachsenden ist sehr wohl bereit Verantwortung zu übernehmen, aber nicht immer so, wie wir es gerne hätten, oder erst zu einem viel späteren Zeitpunkt.