505.145 Österreicher/innen unterzeichneten zwischen dem 3. und 25. Juni 1995 die fünf Ziele/Forderungen des Kirchenvolks-Begehrens: Aufbau einer geschwisterlichen Kirche, volle Gleichberechtigung der Frauen, Aufhebung des Pflichtzölibats, positive Beurteilung der Sexualität und Frohbotschaft statt Drohbotschaft. Vertreter/innen der in den Forderungen besonders angesprochenen Zielgruppen werden zum 5. Jahrestag des Volksbegehrens, am 24. Juni, zu einem „Mahl der einladenden Kirche“ auf dem Wiener Stephansplatz zusammenkommen. In einer Bilanz zum Volksbegehren meinte Plattform-Sprecher Hubert Feichtlbauer: „Es scheint, als wäre konkret wenig herausgekommen.“ Aber in den vergangenen fünf Jahren habe es einen intensiven Schub an Bewusstseinsbildung in der Kirche gegeben. Die Themen des Volksbegehrens seien heute weltweit Gegenstand vieler – auch offizieller – kirchlicher Beratungen. Das bestätige, dass das Volksbegehren keine Außenseiterpositionen vertrete, sondern Anliegen, die in der Luft lagen, gebündelt habe. Plattform-Geschäftsführerin Ingrid Thurner bedauerte, dass durch den Stillstand im „Dialog für Österreich“ bei vielen engagierten Christen eine tiefe Resignation entstehe. Sie erlebe besonders immer mehr Frauen, die sich aus der Kirche zurückziehen.