Höchste Kurse für Kommerz, Das Herz bewegen, Besorgt über Polarisierung
Ausgabe: 2000/25, Höchste Kurse für Kommerz, Das Herz bewegen, Besorgt über Polarisierung
20.06.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Höchste Kurse für Kommerz
Deutschland. Die Gefahr einer „totalen Kommerzialisierung des Lebens“ sieht der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky in der Öffnung der Börse an immer mehr christlichen Feiertagen. Man handle so, „als ob der Kommerz der allerhöchste Wert ist“. Die katholischen und evangelischen Bischöfe in Bayern warnten vor einer „unerträglichen gesamteuropäischen Normierung“, wonach es künftig in Europa nur noch zwei gemeinsame Feiertage, nämlich Neujahr und den ersten Weihnachtsfeiertag, geben könnte. Seit heuer sind an den deutschen Börsen Fronleichnam und Christi Himmelfahrt sowie Pfingstmontag Handelstage.
Das Herz bewegen
Graz. 1500 Kirchenschmücker/ innen aus ganz Österreich feierten mit Kardinal König auf der Internationalen Gartenschau in Graz einen Gottesdienst. Dabei bedankte sich König bei allen, die mit Blumen dazu beitragen, die Herzen zu bewegen. Sie verkünden damit die froh machende Botschaft eines liebenden Gottes und einer geschwisterlichen Kirche.
Besorgt über Polarisierung
Wien. Besorgt über manche Anklänge an die gesellschaftliche Polarisierung, die Österreich in der Zwischenkriegszeit in zwei Lager gespalten hatte, ist Erika Weinzierl. Die katholische Zeithistorikerin beging dieser Tage ihren 75. Geburtstag. Wenn politische Gegner als „Österreich-Beschmutzer“ diffamiert werden, fürchte sie, dass man „aus der Geschichte nichts gelernt“ habe, sagte sie in einem ORF-Interview. Wenn wie zuletzt nationalsozialistische Sprüche wie „Unsere Ehre heißt Treue“ in die politische Debatte Eingang fänden und das mit Unwissenheit entschuldigt werde, tue ihr das „unbeschreiblich weh“.