Ausgabe: 2000/25, Christ und Wirtschaft, Schlagnitweit
20.06.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die alljährliche „Begegnung für Unternehmer und Führungskräfte“ der Arbeitsgemeinschaft Christ und Wirtschaft der Kath. Aktion fand am 15. Juni 2000 wieder im Stift St. Florian statt. Dr. Markus Schlagnitweit, Hochschulseelsorger in Linz, referierte zum Thema „Kapitalismus zwischen Freispruch und Verdammung“, worüber er auch bei P. Schasching dissertierte. Wir bringen ein paar Aussagen aus dem Referat:
Schon in den ersten Sozialenzykliken spricht die Kirche den Kapitalismus klar als Ursache für soziale Missstände an. Sie benennt den Kapitalismus dabei zwar als „Mammonismus“, verurteilt ihn aber nicht grundsätzlich. Die klassische Soziallehre mahnt die Gewissensbildung der Wirtschafts-Akteure ein.Nach dem II. Vatikanum tritt die kirchliche Kapitalismuskritik in eine neue Phase. Es wird stärker versucht, den ideologisch-religiösen Charakter des herrschenden Wirtschaftssystems aufzudecken. Das Christentum muss gegen die reale Vergötzung aufstehen. Der Kapitalismus ist dort zu verurteilen, wo er sich selber nicht als Subsystem begreift, sondern als dominantes System.Ein Problem des modernen Liberalkapitalismus ist die Entmachtung der Politik.